Erschienen in Ausgabe 2-2018Trends & Innovationen

Mehr als nur schöne Apps

Insurtechs etablieren sich als Partner auf Augenhöhe

Von David Gorr

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Dabei sein ist alles. Jeder Glücksspieler hat inzwischen in digitale Währungen investiert, jeder Versicherer in ein Start-up. Ob bei Coins oder Insurtechs – fast täglich kommen neue Geschäftsmodelle hinzu, die auf künstliche Intelligenz und Blockchain-Technologie beruhen. Daher verlieren Versicherer auch keine Zeit. Sie gründen Labs und Hubs, sind am Pitchen oder verkünden Partnerschaften mit inzwischen etablierten Online-Playern. Einer davon ist Friendsurance, der Deutschlands größte Bank als Kunden gewinnen konnte. Das Geldhaus wird den Versicherungsordner des Berliner Insurtechs direkt in das eigene Online-Portal einbauen. Das überrascht nicht, denn bereits Clark ist 2017 eine Reihe von Partnerschaften mit prominenten deutschen Direktbanken eingegangen. Damit haben inzwischen elf Millionen Bankkunden eine digitale Übersicht über ihre Versicherungen via Clark. Auf eine andere Plattform greift hingegen die Allianz zu und investiert 59, 2 Mio. US-Dollar in die Telemedizin-Firma American Well. Diese bietet Patienten vor allem eine gesicherte Videoschaltung zur ihrer Praxis an. Mit dem Deal offenbart der Versicherungskonzern gleichzeitig seine veränderte Strategie der digitalen Investment-Einheit Allianz X. Der Aufbau neuer Unternehmen in einer frühen Entwicklungsphase werde aufgegeben. „Stattdessen fokussiert sich Allianz X nunmehr auf Investments in Digitalinitiativen mit strategischer Relevanz für Allianz“, lautet die offizielle Mitteilung. Der Rivale Axa mischt ebenfalls im E-Health-Markt mit und hat mit dem US-Digitalversicherer Oscar ein Rückversicherungsvertrag geschlossen. Die Deutschlandtochter von Axa schraubt ferner sein Investment bei Homebell auf. Bei der mittlerweile zweiten Finanzierungsrunde des Heimwerker-Start-ups, die elf Mio. umfasst, beteiligt sich auch der Schweizer Versicherer Helvetia. Auch Covomo kann den Abschluss einer weiteren Finanzierungsrunde in Höhe von zwei Mio. Euro verkünden. Neben den Altgesellschaftern um die Policen Direkt-Gruppe haben sich an dem Frankfurter Insurtech auch der TFH III Technologiefonds Hessen und der ehemalige EQT Manager Michael Föcking beteiligt. Covomo ist spezialisiert auf Policen für Nischenmärkte wie Hundehaftpflicht und Brillenversicherung. Mit dem Geld wollen die Gründer den ersten rein digitalen Assekuradeur auf den Markt bringen.