Uwe Laue, PKV-Verbandschef
Uwe Laue, PKV-VerbandschefQuelle: brs
Erschienen in Ausgabe 2-2018Köpfe & Positionen

Gute Mienen zum bösen Spiel

PKV, Rückversicherung, autonomes Fahren - Versicherungsprofis warnen vor Blockaden für den Fortschritt

Von Manfred BrüssVersicherungswirtschaft

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Bei den Sondierungsgesprächen über eine Neuauflage der Großen Koalition ist es der Union zwar gelungen, SPD-Forderungen nach einem Einstieg in die Bürgerkranken- und Bürgerpflegeversicherung abzublocken. Aufatmen können die privaten Krankenversicherer dennoch nicht wirklich. Auf dem gemeinsamen Neujahrsempfang des Berliner Assekuranzclubs von 1877 und des Vereins zur Förderung der Versicherungswissenschaft in Berlin verwies PKV-Verbandschef Uwe Laue auf lautstarke Forderungen aus der SPD nach Nachbesserungen. Kein Einstieg in die Bürgerversicherung ist für die private Krankenversicherung (PKV) das eine, der Preis dafür könnte wieder eine weitgehende Blockade bei PKV-Themen sein. Für Laue zeichnet sich die private Krankenversicherung durch ihre Zukunftsfestigkeit aus. Die Alterungsrückstellungen seien zwischen 2006 und 2016 auf über 200 Mrd. Euro verdoppelt worden. Diese Reserven würden ausreichen, um die Kosten für alle knapp neun Millionen Vollversicherte volle acht Jahre lang zu finanzieren. Dagegen würden die Rücklagen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nur dem Ausgabevolumen von sechs Wochen entsprechen. „Radikale Reformen à la Bürgerversicherung braucht niemand.“ Das duale Gesundheitssystem aus GKV und PKV stehe zudem im internationalen Vergleich hervorragend da, sagte Laue. Und über die PKV würden jährliche Zusatzleistungen im Gesundheitssystem über 13,4 Mrd. Euro erbracht. Fielen diese in einem Einheitssystem weg, müssten für alle die Beiträge um 1,1 Prozentpunkte angehoben werden. brs