Coup à la Goldfinger: Seit 2013 verlagerte die Bundesbank etwa 300 Tonnen Gold aus Fort Knox in die Tresore nach Frankfurt.
Coup à la Goldfinger: Seit 2013 verlagerte die Bundesbank etwa 300 Tonnen Gold aus Fort Knox in die Tresore nach Frankfurt.Quelle: Niels Thies / Bundesbank
Erschienen in Ausgabe 2-2018Unternehmen & Management

Altersvorsorge in Gold gegossen

Als Zahlungsmittel ausgedient, bei Privatanlegern nach wie vor beliebt. Gold ist eine sichere Wertanlage, aber wegen der mageren Rendite lohnt sich ein Einzelinvestment meist nicht.

Von Mathias von Bredow und David GorrVersicherungswirtschaft

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Seit über 3.000 Jahren ist Gold durch alle Epochen der Geschichte der kostbarste Rohstoff und stets Ausdruck von Reichtum in allen Kulturen. Sein hoher Marktwert erklärt sich auch heute vor allem durch die immer noch weltweit äußerst geringe Verfügbarkeit. Überraschend: Würde man die gesamte bisher geförderte Menge des Edelmetalls in einen einzigen Würfel formen, so hätte dieser nach Information der PIM Gold- und Scheideanstalt GmbH eine Seitenlänge von nur 20 Metern. Das Unternehmen mit Sitz in Heusenstamm südlich der Mainmetropole Frankfurt, das mit der PGD Premium Gold Deutschland GmbH zugleich eine eigene Vertriebsorganisation besitzt, kauft über ein Netz von vielen Händlern monatlich etwa 300 Kilogramm Altgold aus Schmuck, schmilzt es ein und fertigt daraus die zertifizierte Goldbarren LBMA (London Bullion Market Association) mit Gewichten ab 0,1 Gramm bis ein Kilogramm. Diese gehen zu einem größeren Teil mit Hilfe von ca. 2.000 Vertriebspartnern in den Markt. Ein kleinerer Teil der Ware gelangt in den Direktverkauf an Endkunden. Im Segment der kleinen Goldbarren mit 0,1, 0,5 und ein Gramm ist die PDG Marktführer, erklärt deren Geschäftsführer Julius Leineweber. Er leitet das Unternehmen zusammen mit dem PIM-Geschäftsführer Mesut Pazarci.
Nicht nur in Heusenstamm erfreut sich der Goldhandel guter Nachfrage. Die Zeiten für langfristige Investitionen in Gold sind momentan günstig. Globale Krisen und dramatisch sinkende Realzinsen bei den gängigen Kapitalanlageprodukten wie beispielsweise Lebensversicherungen oder Sparverträgen lassen bei vielen Menschen verstärkt das Bedürfnis nach sicheren und ertragreicheren Vermögensanlagen aufkommen.

Aktien schneiden mittelfristig besser ab

Die geschichtliche Erfahrung zeigt, dass Gold zu allen Zeiten und länderübergreifend als akzeptiertes Zahlungsmittel und verlässliche Absicherung in Krisenzeiten gilt. Selbst die relativ wertbeständige Immobilie wird von Finanzexperten gerne als „Betongold“ bezeichnet. Je unsicherer die Währungen auf dem Papier sind, desto höher steigt der Goldpreis. Trotz der Stabilität des Euro haben viele Anleger seit Abschaffung der harten D-Mark im Jahre 2001 vermehrt auf Gold gesetzt: „Der Preis für eine Unze Feingold stieg seitdem von 240 Euro auf aktuell über 1.000 Euro“, sagt Leineweber. Neben der Sicherheit des Edelmetalls bieten sich dem Goldanleger vor allem ordentliche Renditen, wenn er „Geld gegen Gold“ tauscht. Leinewebers Kunden erhalten nicht nur ihre Vermögensanlage in realen…