Erschienen in Ausgabe 12-2018Trends & Innovationen

Lebensversicherer hadern mit ihrem Los

Von VW-Redaktion

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Die deutschen Lebensversicherer haben es schwer. Aktuell stehen sie vor der Herausforderung, ausreichende Erträge aus ihren Kapitalanlagen zu erwirtschaften. Laut einer aktuellen Analyse von Policen Direkt reichte bei 39 von 84 Lebensversicherern das 2017 Erwirtschaftete aus der Kapitalanlage nicht aus, um die Garantieverpflichtungen zu erfüllen und die gesetzlich vorgeschriebene Reserve zu bedienen. Knapp die Hälfte der Unternehmen muss sich dafür aus anderen Ertragsquellen wie Verwaltungskosten und Risikogewinnen bedienen. „Diese Erträge führen dann aber nicht mehr zu zusätzlichen Ausschüttungen oder wie bei Risikoversicherungen zur Reduzierung der Beiträge", erklärt Policen Direkt-Chefaktuar Henning Kühl. Entlastung erhofft sich die Branche aus der Neuregelung der Zinszusatzreserve (ZZR). Ohne die neuen gesetzlichen Vorgaben stünde der zusätzliche Kundennutzen durch die weiteren Reservierungen in keinem Verhältnis zum zusätzlichen Stress für den Versicherer. Für das Gros der Marktakteure gehe es mit der geringeren Belastung durch die ZZR auch darum, die Leistungsversprechen langfristig zu erfüllen. In der Breite allerdings seien keine weiteren starken Kürzungen bei der Überschussdeklaration zu erwarten. Besonders finanzstarken Versicherern trauen Experten zu, dass sie ihre Überschüsse konstant halten und auch Schlussüberschüsse zahlen.In den vergangenen zehn Jahren soll die Finanzaufsicht Bafin insgesamt acht Unternehmen erlaubt haben, die Mindestzuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) für den Altbestand zu senken. Zwei Lebensversicherern sei dies sogar mehrfach gestattet worden, wie aus einer kleinen Anfrage der Grünen im Bundestag hervorgeht.