Quelle: Berenberg Bank
Erschienen in Ausgabe 12-2018Schlaglicht

Zeit für Schnäppchenjäger

Die Gewinnschätzungen der Unternehmen für die nächsten zwölf Monate wurden deutlich nach unten angepasst. Einen Börsen-Crash wird es indes nicht geben. Profitieren werden Versicherer, die ihr Prämienwachstum vor allem in den Emerging Markets erzielen. 

Von Matthias BornVersicherungswirtschaft

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An den internationalen Finanzmärkten ging es zuletzt eher holprig zu. Es scheint, als sei das Ende der einfachen und schönen Zeit an den internationalen Kapitalmärkten gekommen. Die Hausse lief, zuerst angefeuert durch die Liquiditätsschwemme der Notenbanken, dann zusätzlich unterstützt durch einen globalen wirtschaftlichen Aufschwung. Nahezu jede Anlageklasse, jeder Aktiensektor schien nur die Richtung aufwärts zu kennen. Doch nun werden die Märkte unruhiger. Muss man deshalb gleich das Ende des Aktieninvestments aufrufen? Mitnichten. Ein unmittelbares Ende des Konjunkturzyklus ist weiterhin unwahrscheinlich, nicht zuletzt auch deshalb, weil der aktuelle Zyklus anders verläuft als die bisherigen: Er ist flacher und läuft länger. Insgesamt ist unserer Ansicht nach das Wachstumsumfeld weiterhin stabil und solide. Allerdings hat der Zyklus an Momentum verloren und muss immer mal wieder Rückschläge verkraften. Es gibt gelegentliche regionale Schwächen, mal in Europa, mal in den Schwellenländern.  Zudem bleibt Trumps Handelskrieg gegen China die größte Gefahr für die Weltwirtschaft, die Unsicherheit trifft auch Europa. Dementsprechend ist die Ausgangslage für Aktienanleger  nicht mehr ganz so rosig wie zuvor. Vor allem politische Themen haben einen starken Einfluss und so lässt sich die Zukunft an den internationalen Kapitalmärkten immer schwerer kalkulieren. Das Anlegen ist wieder schwieriger geworden, man muss wieder genauer hinschauen - die Musik bei Aktien spielt auf Einzelaktien- und Sektorebene. Einen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, gibt es aber nicht.  Wirklich trübe ist der Ausblick nicht. Die Wirtschaft in Europa wächst auch weiterhin, wenn auch relativ moderat. Die Binnenkonjunktur ist stabil, aber der Ausblick hat sich eingetrübt. Dies zeigt sich auch in den  Gewinnschätzungen der Unternehmen für die nächsten zwölf Monate. Diese wurden zuletzt vor allem für asiatische und deutsche Unternehmen deutlich nach unten angepasst – wenig überraschend, da einige Unternehmen während der laufenden Berichtssaison schon Gewinnwarnungen verkündet hatten. Eine Wachstumsabschwächung in China, höhere Löhne sowie ein gestiegener Ölpreis drücken auf die Gewinnmargen.

Einmaleffekt der US-Steuerreform läuft aus

Das erwartete Gewinnwachstum für 2019 ist nun für die Industrienationen nicht mehr zweistellig, aber immer noch im hohen einstelligen Bereich. In den USA ist das erwartete Gewinnwachstum für 2019 in etwa halb so hoch wie für 2018 – der Einmaleffekt der…