Quelle: ak
Erschienen in Ausgabe 12-2018Köpfe & Positionen

Von Marathons und Sprints

Führungskräfte warnen vor übereiltem Radikalumbau einer traditionellen Branche

Von VW-RedaktionVersicherungswirtschaft

Euroforum Tagung 22.11.

Kundenerlebnis PKV

Vertriebserfolg in der privaten Krankenversicherung stelle sich ein, wenn Versicherer sich beim Kundenerlebnis an digitalen Marktführern wie Amazon, Uber, Airbnb und booking.com orientierten – und nicht an anderen Krankenversicherern. So die These von Daniel Bahr, ehemaliger Gesundheitsminister und aktuelles Vorstandsmitglied der Allianz Kranken auf der Fachkreistagung für Krankenversicherung bei München. „Diese Player haben vorgeführt, wie etablierte Branchen durch individualisierte Massenansprache und mit wenig Branchenerfahrung aus Big Data geschneiderten Produkten erfolgreich angegriffen werden können“, stellte Bahr fest. Krankenversicherer müssten sich von „Inkassounternehmen“ zu digitalen Servicepartnern wandeln. mw

Quelle: mw

Klassische Welt vs. agile Teams

Auch wenn „Agilität“ in aller Munde ist, laufen die Umbauten zu „agilen Versicherern“ nicht mühelos. „Das ist ein Marathon und kein Sprint", sagte Susanne Justen (l.), Head of People Experience Operations der Axa Konzern AG, auf der vierten Top-Managerinnen-Konferenz der deutschen Versicherungswirtschaft des AGV. Es brauche Zeit und Mut für diesen neuen Prozess. Erst wenn agiles Arbeiten ausreichend eingeübt sei, könne man sich auch an die Strukturen wagen, ergänzt Wiebke Weber. Die Direktorin für IT Architektur und Strategie der Allianz Deutschland warnt davor, die klassische Arbeitswelt der Branche mit neuen agilen Teams "ungesteuert in Verbindung" zu bringen. „Die größere Einheit, also die klassische Welt, frisst die Kleinen auf, weil deren Masse zu klein ist. So kommt es nicht zum gewünschten Schneeballeffekt." lie

Quelle: lier

Aufseher versprechen mehr Proportionalität

Nach dem Solvency-II-Review 2020 sollen die Unternehmen stärker nach dem Prinzip der Proportionalität beaufsichtigt werden. „Das ist eines der Schlüsselelemente - das ist schon klar“, versprach Eiopa-Chef Gabriel Bernadino auf der Jahreskonferenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Der hohe bürokratische Aufwand für das Eigenkapitalregime Solvency ll belastet vor allem kleine und mittlere Gesellschaften. Bei einer automatischen Abfrage äußerten sich 82 Prozent der Teilnehmer des Bafin-Workshops „eher unzufrieden“ mit der Anwendung und Umsetzung des Proportionalitätsprinzips. Proportionalität sei aber keine Einbahnstraße nur nach unten, sondern auch nach oben, so Bernadino. Die Aufsicht müsse die Natur und Komplexität von Risiken berücksichtigen – und „auch kleine Unternehmen können eine sehr hohe Komplexität bei den Risiken und ihren Investments aufweisen.“ Unterschiedliche Aufsichtslevel für Unternehmen hält er „nicht für die beste Lösung für die Verbraucher“ und fürchtet zudem eine Stigmatisierung von wenig beaufsichtigten Gesellschaften. lie

Quelle: lie