Anspruchsvoller Markt: Mit dem aktuellen gesetzlichen Rahmen ist eine ertragsstarke und risikokontrollierte Investition an den Kapitalmärkten schwer geworden.
Anspruchsvoller Markt: Mit dem aktuellen gesetzlichen Rahmen ist eine ertragsstarke und risikokontrollierte Investition an den Kapitalmärkten schwer geworden.Quelle: Deutsche Börse
Erschienen in Ausgabe 12-2018Politik & Regulierung

Raus aus der Investment-Falle

Herausforderungen bei der Verwaltung des Deckungskapitals für Altersrückstellungen von Sozialversicherungsträgern

Von Christian Roth und Christoph A. HorstVersicherungswirtschaft

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Angesichts der regulatorischen Rahmenbedingungen und des aktuellen Marktumfelds stehen gesetzliche Krankversicherungen bei ihrer Kapitalanlage vor besonderen Anforderungen. Sowohl für die Rücklagen, als auch für die Pensionsrückstellungen der Beschäftigten, gelten für die Anlage der Mittel klar definierte Handlungsspielräume. 2017 trat zunächst das 6. SGB IV-Änderungsgesetz in Kraft und ermöglichte es, grundsätzlich bis zu zehn Prozent des Deckungskapitals für Altersvorsorgeverpflichtungen in Aktien anzulegen. Die verbliebenen 90 Prozent werden nach SGB IV § 83  analog der Rücklagen angelegt.  Oft wird in Staatsanleihen, Anleihen deutscher Bundesländer, Anleihen supranationaler Organisationen, besicherte Anleihen sowie – in begrenztem Umfang – in Unternehmensanleihen von Emittenten in der Europäischen Union, dem Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz investiert. Die Währung soll grundsätzlich auf Euro lauten, während Geschäfte in fremden Währungen nur mit Kurssicherungsgeschäften zulässig sind. Derivate werden nur zu Absicherungszwecken eingesetzt. Ein weiteres in der Praxis eingesetztes Investment im Zuge der verbleibenden 90 Prozent des Deckungskapitals für die Altersrückstellungen sind Termineinlagen oder Geldmarktanlagen bei Kreditinstituten, wenn eine Sicherungseinrichtung der Kreditwirtschaft in die Gewährleistung eintritt.

attraktive Angebote rar gesät

Mit diesem gesetzlichen Rahmen ist eine ertragsstarke und gleichsam risikokontrollierte Investition an den Kapitalmärkten aktuell herausfordernd. Insbesondere im Bereich der Termineinlagen oder Geldmarktanlagen sind derzeit attraktive Angebote rar gesät. Zudem wird die Reform der freiwilligen Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes deutscher Banken zu einer absehbaren Begrenzung der Engagements bei den angeschlossenen Instituten führen. Am Anleihenmarkt erreichen fünfjährige Bundesanleihen per 28.10.2018 eine negative Restrendite von -0,21 Prozent und die zehnjährige Bundesanleihe 0,36 Prozent. Die Restrenditen bei europäischen Unternehmensanleihen von BBB+ bis BBB- liegen bei einer fünfjährigen Laufzeit bei 0,83 Prozent und bei einer zehnjährigen bei 1,74 Prozent. Diese Kennziffern spiegeln die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) nach wie vor deutlich wider. Das Anleihekaufprogramm der EZB wird ab Oktober 2018 auf 15 Mrd. Euro pro Monat gesenkt und ab dem Jahr 2019 eingestellt. Mit einer Leitzinserhöhung ist erst nach dem Sommer 2019 zu rechnen. Aus diesen ökonomischen Rahmenbedingungen…