Quotenbringer Altersvorsorge: GDV-Geschüftsführer Peter Schwark(l.), CDU-Politiker Ralph Brinkhaus, ARD-Börsenexpertin Anja Kohl und Buchautor Sven Enger sind unterschiedlicher Meinung, was die Zukunft der Lebensversicherung angeht.
Quotenbringer Altersvorsorge: GDV-Geschüftsführer Peter Schwark(l.), CDU-Politiker Ralph Brinkhaus, ARD-Börsenexpertin Anja Kohl und Buchautor Sven Enger sind unterschiedlicher Meinung, was die Zukunft der Lebensversicherung angeht.Quelle: ARD / Screenshot
Erschienen in Ausgabe 12-2018Schlaglicht

Mit offenem Visier und harten Bandagen

Das Versicherungsjahr neigt sich dem Ende zu. In Erinnerung bleibt, wie die Gesellschaften ihre Run-off-Pläne verteidigten, viel Geld in Insurtechs und Digitales steckten und M&A-Deals strickten.

Von David GorrVersicherungswirtschaft

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Wenn ein Vertreter des GDV zur besten Sendezeit in eine Talk-Show geladen ist, dann bedeutet es meist, dass die Versicherungsbranche wieder am Pranger steht. Das Aufregerthema des Jahres – aus Sicht der Bürger über die Versicherer – war zweifelsohne der vermeintliche „Crash der Lebensversicherungen“, so der Titel einer hartaberfair-Sendung zum Jahresauftakt. Während der ehemalige Versicherungsmanager Sven Enger dazu riet, Lebensversicherungen aufgrund der geringen Rendite zu kündigen, kam GDV-Geschäftsführer Peter Schwark aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus: Er warf Enger „Panikmache“ vor, mit der er nur die Verkaufszahlen für sein Buch zu dem Thema hochtreiben wolle. Es werde zu keinem Crash kommen. Die Versicherer könnten alle Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden erfüllen. Daran ändere auch nichts, dass nun namhafte Versicherer Policen an Run-Off-Gesellschaften verkaufen. Der größte Deal dieser Art fand im Sommer statt. Viridium kaufte für eine Mrd. Euro vier Millionen Policen der Generali Leben. Bislang waren von hierzulande 88 Millionen Verträgen rund 1,8 an professionelle Abwickler verkauft. Nach dem Deal hat sich dieses Volumen auf einen Schlag mehr als verdreifacht. Während der Run-off-Markt endgültig seinen lang ersehnten Durchbruch feierte, waren Politiker und Verbraucherschützer entsetzt. Für Bafin-Präsident Felix Hufeld hingegen ist ein Run-off „kein Verrat am Kunden, sondern eine legitime unternehmerische Entscheidung“. Die meisten Versicherungsmanger teilen diese Meinung. Für Maxpool-Chef Oliver Drewes indes kam die Generali-Entscheidung einer „Bankrott-Erklärung“ gleich: „Die Urgründer der Generali-Versicherer würden sich im Grabe umdrehen“, sagte er der Versicherungswirtschaft.

Jobkiller Digitalisierung: „Ich kann keinen Job garantieren – inklusive meines eigenen", sagt Allianz-Chef Oliver Bäte im Hinblick auf die neue digitale Arbeitswelt.
Jobkiller Digitalisierung: „Ich kann keinen Job garantieren – inklusive meines eigenen", sagt Allianz-Chef Oliver Bäte im Hinblick auf die neue digitale Arbeitswelt.Quelle: World Economic Forum / flickr

Schlagabtausch zwischen Allianz und Axa

In Triest hingegen scheint man mit den Umbau-Plänen der Deutschland-Tochter zufrieden zu sein. Die Generali hat sich in diesem Jahr aus vielen Ländern zurückgezogen, u.a. aus  den Niederlanden und Belgien. Mit dem Verkaufsertrag will Konzernchef Philippe Donnet neue M&A-Deals stricken. Dabei scheinen die Italiener laut Medienberichten selbst immer wieder ein begehrtes – weil günstiges – Kaufobjekt der großen Player in Europa zu sein. Donnet sieht den Versicherer jedoch wieder an der Spitze. "Wenn wir nur die Umsätze in…