Abbildung 1: Entwicklung der Solvenz-Quoten nach Gesellschaften im Vergleich zwischen 2016 und 2017 in Prozent
Abbildung 1: Entwicklung der Solvenz-Quoten nach Gesellschaften im Vergleich zwischen 2016 und 2017 in ProzentQuelle: E+S Rück
Erschienen in Ausgabe 12-2018Märkte & Vertrieb

Leben am Limit

Wie sich die Solvenz-Quoten der deutschen Lebensversicherer von 2016 auf 2017 entwickelt haben

Von Mathias Schröder und Christiane Kück und Michael WinklerVersicherungswirtschaft

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Die seit 2016 zu veröffentlichenden Solvenz-Berichte (SFCRs) stellen eine völlig neue Transparenz in der Versicherungsindustrie her. Die Fülle von Informationen wird jedoch kaum systematisch analysiert. Allerdings ist es sinnvoll, Einflussfaktoren der Solvenz-Quoten im Markt genauer zu untersuchen, denn nur so lassen sich frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um auch in Zukunft solide, wettbewerbsfähige Quoten ausweisen zu können. In Hinblick auf die Entwicklung der Quoten von 2016 auf 2017 und den Einfluss von Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassung wurden die SFCRs von 84 deutschen Lebensversicherungs-Gesellschaften analysiert: elf aus dem öffentlich-rechtlichen Umfeld (Ö.R.), 38 Lebensversicherer der Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG) sowie 35 Aktiengesellschaften (AG). Von diesen Gesellschaften verwenden 73 das Solvency-II-Standard-Modell, acht ein partiell internes und drei ein internes Modell.

Solvenz-Quoten 2017 gestiegen

Die Solvenz-Quoten haben sich von 2016 auf 2017 positiv entwickelt (siehe Abb. 1). Treiber für die Steigerungen waren nach eigenen Angaben der Unternehmen neben gestiegenen Zinsen, die sich tendenziell günstig auf die Eigenmittel auswirken, vor allem Änderungen in der Risiko-Modellierung, der Austausch des Szenario-Generators sowie Umschichtungen bei den Kapitalanlagen. Die größten Steigerungen gab es bei Unternehmen, die im Vorjahr unterdurchschnittliche bis durchschnittliche Solvenz-Quoten ausgewiesen hatten. Sehr hohe Quoten hingegen verringerten sich tendenziell von 2016 auf 2017, was u.a. durch Einschränkung der Übergangsmaßnahmen nach § 352 Absatz 4 VAG erklärt wird.

Gesellschaften je nach Rechtsform unterschiedlich aufgestellt

Für den Gesamtmarkt (ermittelt als Summe der Eigenmittel aller analysierten Gesellschaften im Verhältnis zur Summe der Solvenz-Anforderungen) haben sich die Solvenz-Quoten um knapp 60 Prozentpunkte erhöht. Je nach Rechtsform der Gesellschaften fällt die Steigerung jedoch durchaus unterschiedlich aus und liegt zwischen ca. 40 (VVaG) und 100 (Ö.R.) Prozentpunkten (siehe Abb. 2). Betrachtet man die Gesellschaften nach verwendetem Solvenz-Modell, unterscheiden sich die durchschnittlichen Solvenz-Quoten 2017 kaum: Sie liegen jeweils bei ca. 400 Prozent. Lagen die Gesellschaften mit partiell internem Modell im Vorjahr noch deutlich hinter den anderen Gruppen, so haben sie ihre Quoten 2017 am deutlichsten gesteigert (100 Prozentpunkte). Dies lässt auf Modellanpassungen schließen.

Abbildung 2: Veränderung der Solvenz-Quoten nach Rechtsform im Vergleich zwischen 2016 und 2017 in Prozent
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