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Erschienen in Ausgabe 12-2018Politik & Regulierung

Gut vernetzt

Mit der Digital Innovation Authority und dem Inkrafttreten des Innovative Technology Arrangement and Services Act hat Malta die regulatorischen Voraussetzungen für Versicherungslösungen auf Blockchain-Basis geschaffen. Der Inselstaat wird dadurch auch für deutsche Versicherer zum Hoffnungsträger. Der Markt selbst scheint gerüstet.

Von Dr. Christian PisaniVersicherungswirtschaft

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Geschäftsmodelle auf der Grundlage der Blockchain werden die Versicherungswirtschaft revolutionieren. Versicherer können zukünftig etwa ihr Schadenmanagement durch den Einsatz der fälschungssicheren Blockchain-Technologie optimieren, indem sie die Schadensregulierung durch sogenannte Smart Contracts automatisieren, Geschäftsprozesse zur Beurteilung von Versicherungsfällen digitalisieren und potenziell das Risiko von Versicherungsbetrug verringern. So könnten etwa Versicherungsfälle zukünftig automatisiert bearbeiten werden, indem im Programmcode der Smart Contracts Versicherungsbedingungen zur Bestimmung des jeweiligen Versicherungsfalles mit Datenquellen von Dritten direkt verknüpft werden würden. Eine Regulierung in Echt-Zeit wäre damit möglich bei gleichzeitiger Reduktion der Betriebskosten. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Anwendung der Blockchain-Technologie ist allerdings erst im Entstehen. Malta hat insoweit mit der Schaffung der Malta Digital Innovation Authority (MDIA) und dem Inkrafttreten der Innovative Technology Arrangement and Services Act (ITAS Act) einen ersten Schritt getan und so die regulatorischen Voraussetzungen für Versicherungslösungen auf der Blockchain geschaffen. Gekoppelt mit Maltas PCC-Gesetzgebung, die die Möglichkeit eröffnet, innerhalb einer juristischen Person verschiedene voneinander getrennte Risikoträger (sog. Cells) zu schaffen, entstehen hier für deutsche Insurtechs interessante Möglichkeiten, sich mit innovativen Versicherungsangeboten agil an den Markt zu wenden und das aufgrund der Dienstleistungsverkehrsfreiheit innerhalb des gesamten Binnenmarktes. Die langjährige Präsenz zahlreicher deutscher Player, wie etwa der Munich Re mit ihrer Munich Re of Malta P.l.c. bzw. der Munich Re PCC Ltd., oder großer DAX-Unternehmen, wie etwa E.on, RWE oder BMW mit ihren Captives spricht dabei für das robuste regulatorische Umfeld auf Malta. 

Potenziale rechtlich und wirtschaftlich sauber einordnen

Die Initiative Maltas ist vor dem Hintergrund des Aktionsplans der EU-Kommission vom März dieses Jahres zu sehen. Die Kommission hat sich hier ausdrücklich zur Schaffung eines Regulierungs- und Aufsichtsrahmens innerhalb der EU ausgesprochen, der Unternehmen ermöglichen soll, Finanzinnovationen zu nutzen und ihren Kunden die geeignetsten und niedrigschwelligsten Produkte anzubieten. Gleichzeitig ist sich die Kommission bewusst, dass sich die Umsetzung innovativer Geschäftsmodelle für die beteiligten Aufsichtsbehörden als…