Erschienen in Ausgabe 11-2018Trends & Innovationen

Gothaer steigt in schrumpfenden Telematik-Markt ein

Von VW-Redaktion

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elematik-Tarife fristen hierzulande noch immer ein Nischendasein. Laut einer Untersuchung des Online-Portals Finanztip bieten nur noch elf der aktuell 91 Kfz-Versicherer einen „Pay-as-you-drive“-Tarif an, der das Fahrverhalten überwacht und für sicheres Fahren Rabatte gewährt. Das sind drei Anbieter weniger als zur Wechselsaison im Vorjahr. Während in Italien in mehr als sieben Millionen Autos die Fahrweise ausgewertet wird, sind es in Deutschland bei den beiden großen Versicherern Allianz und Huk-Coburg zusammen gerade mal rund 150.000. Beide versichern knapp 20 Millionen Fahrzeuge in Deutschland, die Allianz bietet Telematik-Tarife seit Mai 2016 an, die Huk-Coburg seit Jahresanfang. Warum sich die Technik noch nicht durchsetzt, könnte daran liegen, dass der Kundenkreis stark eingeschränkt ist. Sieben Versicherer bieten ihre Telematik-Tarife bisher ausschließlich für Fahranfänger an. Viele Menschen wollen zudem aus Datenschutz-Gründen eine solche Police nicht abschließen oder wollen sich gerade den „Fahrspaß“ nicht nehmen lassen – trotz hoher Rabatte für zurückhaltendes Fahren. Daraus hat die Gothaer gelernt. Sie bringt zusammen mit dem Start-up Emil einen Telematik-Tarif auf den Markt, der sich an Wenigfahrer richtet. Die monatliche Grundgebühr beträgt fünf Euro, dazu kommt die Fahrleistung ab einem Cent pro gefahrenem Kilometer. Die Fahrweise spielt bei der Prämienberechnung keine Rolle. Die Gothaer ist dabei der Produktgeber und Risikoträger und macht die Schadenbearbeitung, Emil ist für die Technik verantwortlich und übernimmt den Vertrieb und die Bestandsverwaltung. Ein ähnliches Konzept hat das Start-up Friday seit 2017 im Angebot. Jetzt wurde der Tarif um eine Öko-Komponente erweitert. Pro gefahrenem Kilometer fließt ein Obolus von 0,0042 Euro in ein Klimaschutz-Projekt.