Quelle: mst
Erschienen in Ausgabe 11-2018Märkte & Vertrieb

Stille Botschaften aus Baden

Rückversicherer stemmen sich mit strategischem Kalkül und neuen Zukunftsfeldern gegen den Preisdruck. Die Notwendigkeit, diszipliniert zu agieren wird dabei immer wichtiger.

Von Michael StanczykVersicherungswirtschaft

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Ein Park- und Gartenkunstwerk. Sterneküche, Sternekultur, Politik und Geschichte. Muße, Stille, Grün. Baden-Baden ist ein magischer Ort. Ein Ort, der sich bewegt, verändert und trotzdem irgendwie immer gleich bleibt in Natur und Lebensstil. Vielleicht sind das ja die eigentlichen Hauptgründe, weshalb es klein und groß aus der internationalen Rückversicherungsszene jedes Jahr ausgerechnet in die beschauliche Stadt zieht, um über das Geschäft zu sprechen. An Parallelen zwischen Orts- und Branchenkultur dürfte es jedenfalls nicht mangeln. Die Stimmung vor Ort: leicht nervös, aber voll fokussiert auf das Business zwischen Risiko und Rentabilität. Keine Ablenkung erlaubt in der Casino-Stadt Baden-Baden, wenn es um Preise, Produkte und Perspektiven geht. Wundern dürfte das keinen, immerhin sind Überkapazitäten unverändert im Markt. Die Notwendigkeit, diszipliniert zu agieren scheint derzeit wichtiger als je zuvor. Demand and Offering allein bringe die Preise nicht nach oben, kluges Underwriting aber schon, erklärt Munich-Re-Vorstand Doris Höpke, die sich für eine stabile Erneuerung ausspricht. Die E+S Rück geht für die anstehende Vertragserneuerungsrunde von einer positiven Prämienentwicklung im deutschen Markt aus – wenn auch abgeschwächt im Vergleich zum Vorjahr. „Vor dem Hintergrund einer höheren Anzahl von kleinen und mittleren Schäden sehen wir keinen Raum für Zugeständnisse“, sagt Vorstandsmitglied Michael Pickel. Bei einzelnen Verträgen bestehe laut Unternehmen Anpassungsbedarf, zum Beispiel nach Reserveerhöhungen. „Wir gehen von leicht steigenden Rückversicherungsraten aus.“ Der asiatische Player Peak Re seinerseits sieht keine Herausforderungen für Wachstum. „Man kann noch immer Profite machen“, sagt CEO Franz-Joseph Hahn. Dazu ist es nach Meinung des Experten gerade in Zeiten fallender Margen wichtig, auch Management-Kosten den Marktgegebenheiten anzupassen. „Man muss sehen, dass man agil ist.“ Das wiederum werde gespiegelt in einer adäquaten Kostenrate. Unter dem Strich ist der Manager mit der Performance seiner Peak Re zufrieden. Man habe von Anfang an jedes Jahr Profite geschrieben und sei bislang im Rahmen dessen, was die Rückversicherung aktuell produziert. „Wir wissen wo Wachstum herkommt, und das gilt sowohl für Emerging Asia wie auch für Europa“, erklärt Hahn selbstbewusst.

Doris Höpke, Vorstandsmitglied Munich Re: „Cyberattacken betreffen alle Märkte, Branchen und Unternehmen unabhängig von ihrer Größe.“
Doris Höpke, Vorstandsmitglied Munich Re: „Cyberattacken betreffen alle Märkte, Branchen und Unternehmen unabhängig von ihrer Größe.“Quelle: mst
Franz-Joseph Hahn, CEO Peak Re: „Wir wissen wo Wachstum herkommt, weil wir in Emerging Asia agieren.“
Franz-Joseph Hahn, CEO Peak