Erschienen in Ausgabe 11-2018Politik & Regulierung

„Verbraucherzentralen sollten diese Norm unterstützen“

Professor Dr. Hermann Weinmann über einen Meilenstein in der transparenten Finanzanalyse

Von Maximilian VolzVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.

Versicherungswirtschaft: Sie waren beim Aufbau der DIN-Norm „Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte“ von Anfang an dabei. Wie ist es dazu gekommen?

Professor Dr.  Hermann Weinmann: An einem Projekt der ganzheitlichen Finanzberatung für die damalige im Aufbau befindliche Formaxx als wissenschaftlicher Berater teilzunehmen, dieses Angebot erhielt ich von Professor Philipp Janetzke. Die Segmentfindungs-Software sollte als Ergebnis der Finanzberatung Produktempfehlungen in Form einer Produktklasse (z. B. Haftpflichtversicherung, Gebäudeversicherung, Basis-Rente) geben. Die Männer der ersten Stunde für die Etablierung einer „Deutschen Finanznorm“ waren Eugen Bucher sowie der mittlerweile verstorbene Professor Klaus Jaeger von der Freien Universität Berlin. Später kamen Dr. Klaus Möller und Dr. Bernhard Termühlen hinzu.

Was soll die neue DIN-Norm können und was kann sie nicht?

Die „Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte“ bietet dem Finanzberater Hilfe für die Erfüllung der gesetzlichen Beratungsnormen. Man muss wissen, dass die Finanzberatung im Wesentlichen dreigeteilt ist. Zum einen geht es um die Beratung bzw. Vermittlung von Bankprodukten. Regelungen trifft z. B. das Wertpapierhandelsgesetz. Hinzu kommen die Vermittlung bzw. Beratung von Versicherungsprodukten nach dem Versicherungsvertragsgesetz sowie der graue Kapitalmarkt mit der Prüfung über das Vermögensanlagengesetz.
Die Basis-Finanzanalyse orientiert sich demgegenüber am branchenübergreifenden Kundenbedarf. Sie legt eine typisierende Betrachtungsweise zugrunde und kennzeichnet für den „typisierten“ Haushalt“ eine Rangfolge der für notwendig erachteten und zu lösenden Finanzthemen. Als Resultat der Basis-Finanzanalyse erhält der Privathaushalt einen mit einer Rangfolge versehenen Soll-Ist-Abgleich in den Themenfeldern Absicherung, Vorsorge und Vermögensplanung.
Eine äußerst wichtige Erleichterung für eine mögliche spätere Finanzberatung ist auch, dass ein Überblick über die finanziellen Verhältnisse des Haushalts bzw. seiner Einzelpersonen bereits vorliegt und es in der Beratung „nur noch“ um die finanziellen Bedürfnisse und Wünsche sowie die geeigneten Produkte geht. Die Vermögensbilanz und die Einnahmen-/Ausgaben-Rechnung sind Pflichtbestandteile der Basis-Analyse. Dadurch lassen sich zunächst Problemstellungen der Überschuldung und der Illiquidität identifizieren. Entgegen dem ursprünglichen Vorhaben, einen Beratungs-Standard zu etablieren, ist die Basis-Finanzanalyse als originäres und…