Quelle: © RRR
Erschienen in Ausgabe 11-2018Trends & Innovationen

Stimmungsbarometer zeigt nach oben

Trotz Untergangsszenarien blicken Vermittler auf der DKM hoffnungsvoll in die Zukunft

Von Tobias DanielVersicherungswirtschaft

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Der Regen hielt keinen Besucher auf. Kurz nach acht Uhr strömten schon die ersten der insgesamt 16.000 Teilnehmer in die Dortmunder Westfallenhallen.  Auf dem „Familienevent“ wie Dieter Knörrer, geschäftsführender Gesellschafter der bbg-Gruppe, die inzwischen 22. Deckungskonzeptmesse (DKM) gerne betitelt, waren 327 Aussteller (ein Plus von 13%) auf acht Themenparks und 53 Workshops verteilt. Von einer Krise war nichts zu spüren, obwohl es vor allem um die Zukunft des Maklers – glaubt man zumindest den Zahlen der DIHK – besonders düster aussieht. Hörte man sich hingegen auf dem einschlägigen Parkett um, steht das Berufsbild des Vermittlers als solcher allerdings nicht auf dem Prüfstand. Im Gegenteil: „Der persönliche Vertrieb hat einen Riesenvorteil“, hob Armin Zitzmann hervor, Vorstandschef der Nürnberger. „Wenn der persönliche Vertrieb den richtigen Anstoß gibt mit der richtigen Ansprache, dann wird er auch in Zukunft noch sein Geschäft machen. Vielleicht sogar noch mehr als bisher“, konstatierte der Nürnberger-Chef. Verwundert zeigte er sich indes darüber, dass die anwesenden Vermittler vor allem den fehlenden Nachwuchs als Problem ansehen: „Ich glaube eher, das sehen wir als größtes Problem.“ 
Für Alexander Vollert, Deutschlandchef der Axa, ist die Branche zwar in einem fundamentalen Umbruch: „Das heißt aber nicht, dass dadurch die Menschlichkeit verloren geht! Am Ende ist Versicherung immer etwas, was mit einer Ausnahmesituation und mit einer Einzelsituation zu tun hat.“ Deshalb werde das Produkt Versicherung „zwar weiterhin sehr beratungsintensiv bleiben“. Ausgeschlossen sei aber nicht, dass das ein oder andere Produkt künftig komplett „digital verkauft wird, weil es einfacher und damit weniger beratungsintensiv wird.“ Notwendig sei daher die Bereitschaft, sich den digitalen Veränderungen anzupassen und sich weiter zu qualifizieren. „Der Kern – Vertrauen rüber zu bringen – ist jedoch etwas persönliches“, so Vollert. Kurzum: „Vermittler werden weiterhin gebraucht und wird es auch weiterhin gegeben.“

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Beratungstipps vom Starphilosophen: Richard David Precht sprach über Moral in revolutionären Zeiten. Quelle: © DKM

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