Erschienen in Ausgabe 11-2018Unternehmen & Management

Exodus in den Süden

Der britische Versicherer Admiral verlagert sein Europageschäft wegen Brexitsorgen nach Spanien

Von Rolf EngelhardtVersicherungswirtschaft

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Spanien ist traditionell des Briten liebstes Reiseziel. Dem Weg in den warmen Süden ist mit Admiral nun auch das erste britische Assekuranzhaus gefolgt. Der in Cardiff beheimatete Versicherer hat von den spanischen Aufsichtsbehörden die Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb für seine neu gegründete Tochtergesellschaft Admiral Europe Compañía de Seguros S.A. erhalten. Über die Gesellschaft mit Sitz in Madrid soll ab dem 1. Januar 2019 das Versicherungsgeschäft aller Niederlassungen in Kontinentaleuropa gebündelt werden. Teile der Belegschaft werden zur neuen Tochtergesellschaft verlegt. Hinzu kommen nach Unternehmensangaben auch Neueinstellungen. Darüber hinaus gründet Admiral im andalusischen Sevilla den Broker Admiral Intermediary Services. Der Versicherer reagiert damit auf die anhaltenden Sorgen aufgrund der Unsicherheiten rund um den Brexit. Die im Jahr 1993 gegründete Admiral ist das erste britische Assekuranzhaus, das seine europäischen Aktivitäten nach Spanien verlagert. Spanien ist wie alle europäischen Länder stark darum bemüht, vom Exodus britischer Unternehmen wegen des Brexit zu profitieren. Besonders Banken und Versicherungen will man nach Spanien locken und damit Madrid zu einem internationalen Finanzzentrum entwickeln. „Die Wahl Spaniens als Sitz für das Europageschäft von Admiral ist besonders bedeutend, weil es das Vertrauen in den spanischen Markt und seine Aufsichtsbehörden unterstreicht“, heißt es in einer Mitteilung desspanischen Wirtschaftsministeriums. Auch Luxemburg, Brüssel und Dublin waren im Gespräch. 
Insbesondere die Möglichkeit eines No Deal mit dem Verlust der Dienstleistungsfreiheit, dem sogenannten Passporting, hat Admiral zu diesem drastischen Schritt veranlasst. Admiral ist mit einem Marktanteil von elf Prozent einer der führenden Kraftfahrtversicherer in Großbritannien und erreicht ein Prämienvolumen auf Gruppenebene von umgerechnet rund 3,3 Mrd. Euro. Ein weiteres wichtiges Standbein sind Vergleichsportale, auf das rund fünf Prozent des Umsatzes entfallen. Auch in diesem Segment will Admiral angesichts der Risiken wegen des Brexits vergleichbare Lösungen für sein Geschäft in Kontinentaleuropa finden. Die Gesellschaft expandiert bereits seit Jahren international. Mittlerweile erreicht das überproportional wachsende Auslandsgeschäft einen Anteil am Prämienvolumen von rund 15 Prozent. In Europa ist Admiral in Italien, Spanien und Frankreich über Niederlassungen aktiv. Sie erreicht hier ein Prämienvolumen von gut 300 Mio. Euro bei…