Erschienen in Ausgabe 11-2018Trends & Innovationen

"Das Kumulrisiko von Cyberattacken ist schwer einzuschätzen"

Von Andreas WaniaVersicherungswirtschaft

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Bereits seit Jahren verändert sich für Versicherer die Risikolandschaft und gestaltet sich immer komplexer. Dazu zählt nicht nur, dass Natur- und Umweltkatastrophen verstärkt auftreten, sondern dass die hierbei entstandenen Schäden ganz neue Dimensionen erreichen. Zwar sind Naturkatastrophen kaum als „emerging risk“ zu bezeichnen, Tatsache ist aber, dass Wetterextreme, wie Stürme, Hurrikans, Erdbeben und Waldbrände, in den letzten Jahren in Europa wie auch weltweit von gehäufter Konzentration und steigenden Schadenhöhen geprägt waren. Allein das Sturmtief Burglind beziehungsweise Eleanor, das am 2. und 3. Januar 2018 mit Orkanböen von 200 Stundenkilometern über Europa zog, summierte laut des amerikanischen Unternehmens für Risikomodellierung und Datenanalyse AIR Worldwide die versicherten Schäden auf etwa 1,6 Milliarden Euro. Die Risikoart befindet sich also durchaus im Wandel.
Wirklich dynamisch ist die Risikokategorie der Cyber- und Technologierisiken: Der Markt hinsichtlich entsprechender Versicherungslösungen hat sich in nur wenigen Jahren extrem verändert und ist noch immer permanent in Bewegung – genau wie die Gefahren selbst, die neue digitale Anwendungen mit sich bringen. Erfreulicherweise hat sich auch das Bewusstsein für jenes Risiko verändert, Aufklärungsarbeit ist heute nicht mehr im großen Stil notwendig. Trotzdem werden Cyberattacken oftmals noch unterschätzt, und für Versicherer stellt zudem das schwer einzuschätzende Kumulrisiko eine Herausforderung dar.
Auch wenn sich Cyberrisiken und Naturgefahren im Kern unterscheiden, eint sie doch ihre Unbeständigkeit und ihr großes Schadenpotential. Bei Cyber ist dies aufgrund der rasanten technischen Entwicklung recht offensichtlich, aber auch Naturkatastrophen sind in ihren Auswirkungen nicht mehr zu 100 Prozent vorhersehbar. Für Versicherer sind beide Risiken daher herausfordernd, müssen diese schließlich nicht nur fortlaufend beobachtet und Produkte angepasst werden, sondern es gilt auch die Prämien entsprechend zu kalkulieren. Bei einer Underwriting Company, wie Chubb, basiert dies auf dem Prinzip, das Risiko vollständig zu verstehen und infolgedessen risikoadäquate Prämien zu kalkulieren. Nur so kann es dem Versicherer als Risikoträger auch gelingen, seine Bilanz gesund und vor allem stabil zu halten. Dies ist wiederum Voraussetzung, um Mehrwert bieten zu können, also in einem Schadenfall dem Kunden nicht nur mit Rat, sondern auch mit Tat zur Seite zu stehen. Oftmals kann dies einer monetären…