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Erschienen in Ausgabe 11-2018Märkte & Vertrieb

Ausgebremst vor der Zielkurve

Kfz-Versicherer klagen über steigende Durchschnittskosten bei Blechschäden, dabei ist die mangelnde Preisdisziplin die Ursache für die schlechte Geschäftsentwicklung. Ob die Ergebniszahlen 2018 schwarz bleiben, hängt nun vom Wetter ab.

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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„Nur wenn weitere Unwetterereignisse ausbleiben, schafft es die Kraftfahrtversicherung 2018 noch zur schwarzen Null“, sagte Andreas Kelb Mitte September auf einer Fachkonferenz in Düsseldorf. Für 2019 rechnet der Vorstand der E+S Rückversicherung AG mit einer weiteren Ergebniseintrübung. „Die Branche hat keinen Spielraum, um auftretende größere Kat-Ereignisse auffangen zu können“, warnt er. Von den rund 90 Kraftfahrtversicherern geben 61 Anbieter ihr Geschäft bei der E+S in Rückdeckung. Mit einem Marktanteil in der Kraftfahrt-Haftpflicht von 30 Prozent beim proportionalen Geschäft und etwa 60 Prozent bei der nichtproportionalen Rückversicherung haben die Hannoveraner einen recht guten Einblick ins Geschehen. 
Höhere Preise für Ersatzteile, aber auch teuere Reparaturkosten und mehr Aufwand für sehr schwere Personenschäden dürften nach Berechnungen der E+S die durchschnittlichen Schadenkosten in KH auf 4.115 (4.005) Euro treiben. Dabei entlastet das Unfallgeschehen anders als in früheren Jahren nicht: Die Schadenfrequenz sinkt kaum noch; auch 2018 und 2019 dürfte sie bei voraussichtlich 57 Unfällen je 1.000 Fahrzeugen stagnieren. Dafür müsse auf der Beitragsseite mehr gegengesteuert werden, so Kelb. Doch das scheint nicht der Fall. Laut MSI Monatliche Statistische Information des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft schwächt sich der Zuwachs beim Durchschnittsbeitrag ab. Per Ende Juli 2018 erhöhte sich der Durchschnittsbeitrag in KH nur noch um 0,7 Prozent; im Vorjahr waren es noch 1,9 Prozent. In Vollkasko betrug das Plus noch 1,9 Prozent nach 2,5 Prozent im Vorjahr, doch ist diese Sparte nach Aussage von Kelb bereits knapp defizitär. In der Teilkasko gab es wie im Vorjahr gar eine Verbilligung des Durchschnittsbeitrags um weitere 0,6 Prozent.

Umkämpfter Herbst mit vielen neuen Tarifen

Und der aktuelle Herbst verspricht wieder heiß zu werden: Die Produktentwickler der großen Anbieter haben die Tarife für das Jahreswechselgeschäft fit gemacht. Das heißt, in vielen Fällen wurde an der Kalkulation geschraubt. Echte Neuerungen bei Leistungen, Techniken oder Prozessen sind eher die Ausnahme. Dies zeigt eine Umfrage der Versicherungswirtschaft bei den großen Anbietern der Branche, an der 18 Gesellschaften bzw. Konzerne teilgenommen haben. Die Allianz hat in diesem Jahr noch keinen neuen K-Tarif auf den Markt gebracht und hat dies für dieses Jahr auch nicht mehr vor. Die letzte Neuerung ist die „Allianz Autoversicherung“ vom Oktober 2017. Ganz…