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Erschienen in Ausgabe 11-2018Unternehmen & Management

Auf einen Nenner gebracht

Portale für Gewerbeversicherungen versuchen sehr unterschiedliche Tarife miteinander zu vergleichen. Das führt zu Detailverlusten, die eine persönliche Beratung erst erforderlich machen. Makler bauen die Gewerberechner trotzdem auf ihre Homepage ein – andernfalls drohen Kundenverluste.

Von Uwe Schmidt-KasparekVersicherungswirtschaft

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Mehr als 70 Prozent aller Deutschen nutzen Vergleichsportale im Internet. Das hat die Wik-Consult GmbH in einer im April 2018 aktualisierten Studie ermittelt. Die Analyse erfolgte im Auftrag des größten privaten Vergleichsportals, Check24 aus München. „Vergleichsportale erfüllen eine wichtige Rolle im Markt. Sie schaffen Transparenz und intensiven Wettbewerb“, schreibt Wik. Assekuranzen, die viele Autoversicherungen verkaufen wollen, kommen heute an Check24 oder Verivox in der Regel nicht mehr vorbei. Auch wenn Marktführer Huk-Coburg mit dem Ausstieg aus allen Portalen zumindest momentan das Gegenteil beweist. Doch der Druck auf die Versicherer ist stark, denn Kunden orientieren sich heute im Netz. Und das gilt auch für Gewerbetreibende. Da ist es kein Wunder, dass mittlerweile Gewerbeversicherungen digitalisiert und vergleichbar gemacht werden. Das klassische Ausschreibungsgeschäft dürfte künftig immer mehr Marktanteile verlieren. Noch arbeiten viele der Versicherungsmakler und Softwarehäuser, die einen automatischen Vergleich für Gewerbeversicherungen anbieten mit einer Doppelstrategie: Neben dem automatischen Vergleich gibt es ein Backoffice, das individuell ausschreibt und berät. Weil derzeit die Geschäfte bei etablierten Gewerbeversicherungsmaklern durch eine „brummende“ Wirtschaft ebenfalls florieren, suchen sie nach Arbeitserleichterungen und einer effektiven Abwicklung für kleinere Kunden.

Kleinteiliges Geschäft schneller abwickeln

„Wir wollen kleinteiliges Geschäft schneller und schlanker über die Bühne bringen“, sagt Andreas Vollmer, Geschäftsführer des Versicherungsmaklers Hasenclever + Partner aus Bielefeld. Daher arbeitet das Unternehmen künftig mit dem Vergleichssystem von Gewerbeversicherung24 aus Frankfurt. Vollmer: „Wir wollen die Plattform anfangs erst einmal intern für die eigene Abwicklung nutzen.“ Gleichzeitig will man mit dem automatischen Vergleich Erfahrungen sammeln. Daher ist der Schritt, den Gewerbeversicherungsvergleich auf die eigene Homepage zu stellen, noch nicht geplant. Denn das könnte noch mehr Neugeschäft bedeuten. Was derzeit - beim boomenden klassischen Empfehlungsgeschäft - kaum zu verkraften sei. Rund 60 Prozent seiner Sachversicherungskunden gewinnt Vollmer derzeit aus dem Gewerbe- und Industriebereich. In den letzten Jahren wären die Kunden viel kritischer geworden. Ohne Vergleich werde das Geschäft immer schwieriger. „Die Kunden wollen wissen, ob ihre seit zehn Jahren bestehende Verbindung, beispielsweise zur Gothaer…