Erschienen in Ausgabe 1-2018Trends & Innovationen

Große Deckungslücke in den USA verursacht Rekordschäden

Versicherer mussten 2017 weltweite Katastrophenkosten von 136 Mrd. US-Dollar verkraften

Von David Gorr

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Das Jahr 2017 hat für die Versicherungsindustrie weltweit überdurchschnittlich hohe Kosten aus Katastrophen zur Folge. Der Rückversicherer Swiss Re schätzt die versicherten Schäden in seiner Sigma-Studie auf insgesamt 136 Mrd. US-Dollar – nach 65 Mrd. Dollar im Vorjahr. Davon entfielen allein 131 Mrd. Dollar auf Naturkatastrophen sowie fünf Mrd. Dollar auf Man-made-Katastrophen. Den gesamtwirtschaftlichen Schaden beziffert die Swiss Re auf 306 Mrd. Dollar (2016: 188 Mrd.). Damit sind die Kosten für 2017 der dritthöchste je in einer Sigma-Statistik publizierte Wert. Mit einem versicherten Schaden von rund 93 Mrd. Dollar fielen dabei vor allen die drei Hurrikane „Harvey“, „Irma“ und „Maria“ (HIM) ins Gewicht – nur die Hurrikan-Saison 2005 mit „Katrina“, „Rita“ und Wilma“ war noch teurer. Neben Unwettern musste die Assekuranz die kalifornischen Waldbrände im Oktober 2017 mit einem versicherten Sachschaden von insgesamt 7,3 Mrd. Dollar, die beiden starken Erdbeben in Tehuantepec und Puebla in Mexiko mit einem Versicherungsschaden von etwa zwei Mrd. Dollar sowie den australischen Zyklon „Debbie“ mit 1,3 Mrd. Dollar verkraften. Zudem erlitt Europa Ende April einen Kälteeinbruch, gefolgt von einem Sommer mit Hitzewellen und Rekordtemperaturen in verschiedenen Regionen, was besonders der Landwirtschaft zu schaffen machte. Insgesamt forderten die Katastrophen 11.000 Menschenleben oder Vermisste – die Zahl liegt in etwa auf Vorjahresniveau. Nicht nur Versicherer schrieben rote Zahlen, auch haben die Unwetter zu erheblichen Kursverlusten am Sekundärmarkt für Katastrophenanleihen und zum Ausfall einiger Papiere geführt. Laut einer Analyse von Absolut Research mussten die Asset Manager allein in den ersten drei Quartalen 2017 einen durchschnittlichen Verlust von 4,5 Prozent hinnehmen.