Erschienen in Ausgabe 1-2018

Raus aus dem Silo

Digitale Infrastruktur im Blick der Versicherer

Von Wolfgang Otte

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Insurtechs können als Partner der Versicherer sehr hilfreich sein“, betonte Michał Trochimczuk, Managing Partner bei Sollers Consulting auf der Warschauer IT-Konferenz „Innovation in Insurance“. Mehr als 250 Versicherungsexperten aus zwölf Ländern diskutierten über die Standardisierung von Prozessen durch neue Kernsysteme sowie die Schlüsselfaktoren der Modernisierung in der Versicherungsbranche. Unter anderem berichteten Allianz Großbritannien und die Basler Deutschland über die Digitalisierung ihres Geschäfts. „Unsere digitalen Fähigkeiten werden immer wichtiger“, erklärte Adam Rates, IT-Manager der Allianz Großbritannien. Mit dem geplanten Joint Venture der des Unternehmens mit der Liverpool Victoria entsteht der drittgrößte Schadenversicherer Großbritanniens mit einem Prämienvolumen von 3,7 Mrd. Pfund. „Wir haben eine Position, die den Markt verändern wird“, glaubt Rates. Die Allianz führt aktuell die neueste Version der Schadenmanagement Software von Guidewire ein. Ziel des Projektes sei es, viel zu automatisieren, sagte Allianz-Manager Evandro Manolas. „Das ist mehr als eine Implementierung, das ist eine Business Transformation.“

Mehr Innovationsfreude

Nach Einschätzung von Trochimczuk tun Versicherer noch nicht genug für die Modernisierung. „Versicherer, die in Silostrukturen operieren, besitzen nicht die Fähigkeit, in der Wirtschaft von heute wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Gleichzeitig fordert er mehr Innovationsfreude von den Versicherern. Innovationsfähigkeit sei zu einer Überlebensfrage geworden. Insurtechs könnten Versicherern helfen, aber um von den Ideen in der Praxis zu profitieren, seien flexible Backends nötig.

Zentrales Thema der Konferenz waren Kernversicherungssysteme. Hier ist auf dem deutschen Markt Einiges in Bewegung geraten, nicht nur bei Branchengrößen wie Ergo und Axa. Auch bei Playern wie der Basler Deutschland. „Das ist ein Transformationsprojekt für die gesamte Gruppe“, berichtete Basler-Experte Wolfgang Pander. Traditionelle Waterfall-Methoden seien bei solchen Projekten nicht zielführend.

Bei zu enger Umsetzung von Standardsoftware und dementsprechender Standardisierung der Arbeitsabläufe droht den Versicherern allerdings das Schicksal, nicht mehr unterscheidbar zu werden. „Wenn ein Versicherer in seinem Geschäftsmodell eine Besonderheit hat, warum sollte man ihm nicht eingestehen, diese zu berücksichtigen“, merkte TIA-Chef Christian Kromann an. wo