Erschienen in Ausgabe 1-2018Politik & Regulierung

Nur wenige bAV-Anbieter machen das Rennen

Arbeitgeber und Gewerkschaften müssen beim Sozialpartnermodell viel Geld in zugelassene Makler und Berater stecken

Von Elke PohlVersicherungswirtschaft

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Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) ist am 1. Januar 2018 in Kraft getreten. Es ist nicht unumstritten, wobei man der Bundesregierung zu Gute gehalten kann, dass sie im Gesetzgebungsverfahren den Rat von Experten eingeholt und vielfach auch beachtet hat. Was halten Vermittler und Rechtsberater von dem neuen Gesetz? Gibt es mit dem Sozialpartnermodell nur unliebsame Konkurrenz oder auch Chancen? Guido Großjean, Geschäftsführer der BAV Versicherungsmakler aus Föhren, ist davon überzeugt, dass im bAV-Geschäft künftig – noch mehr als bisher – nur noch Profis erfolgreich sein werden. Schon jetzt sei es kein Massengeschäft mehr, und dieser Trend werde sich verstärken. Der Grund: Die ohnehin komplexe Welt der betrieblichen Altersversorgung werde durch die neue Variante des Sozialpartnermodells nicht einfacher. Zwar sollten Makler das Sozialpartnermodell nicht als Konkurrenz empfinden, sondern als Ergänzung. „Es gibt in jedem Unternehmen Menschen, die sich aus eigenem Antrieb nicht dazu durchringen können heute Konsumverzicht zu leisten, um sich damit die dringend erforderliche Verbesserung ihrer Lebenssituation im Alter zu ermöglichen“, glaubt Föhren. Insofern sei das Opting-out für diesen Mitarbeiterkreis durchaus sinnvoll. Doch insgesamt erfordere die Beratung von Arbeitgebern jetzt noch mehr Wissen und Erfahrung als vorher.

Nicht die Gießkanne nehmen

„Für den Arbeitgeber ist das Versprechen des Sozialpartnermodells, dass er aus der Haftung entlassen wird, natürlich komfortabel“, erklärt Großjean den Deal. „Dafür ist er bereit einen verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss zu zahlen, wie er ab 2019 vorgesehen ist.“ Aus Arbeitgebersicht ist das verständlich, denn angesichts anhaltend niedriger Zinsen wird seine Einstandspflicht bei reduzierten Garantieleistungen der Versicherer böse Realität. Dennoch versucht der bAV-Spezialist „seine“ Arbeitgeber davon zu überzeugen, nicht auf das Sozialpartnermodell zu setzen. Und dafür hat er gute Argumente. „Das Sozialpartnermodell ist ein Standardprodukt ohne Garantien und ohne die Möglichkeit der Kapitalwahl“, fasst er zusammen. „Das ist nicht das, was sich Arbeitnehmer wirklich wünschen.“ Statt diese Variante mit der Gießkanne über die Arbeitnehmer auszugießen, empfiehlt er seinen Kunden, ihren Arbeitnehmern eine ordentliche Zusage zu machen und mindestens den Beitragserhalt zu garantieren. Und was die Haftung betrifft, gebe es auch in der bisherigen bAV-Welt Produkte, mit denen Arbeitgeber auf der sicheren Seite sind.

„Die…