Erschienen in Ausgabe 3-2018Unternehmen & Management

Tektonische Bewegungen

Hannover Re setzt Ausrufezeichen im Wettbewerb der mächtigen Rückversicherer

Von Versicherungswirtschaft

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Harvey, Irma und Maria. Genau diese tropischen Wirbelstürme waren es, die den führenden deutschen Rückversicherern Munich Re und Hannover Rück das Geschäft im abgelaufenen Jahr mächtig schwer gemacht haben. Die Vorab-Bilanzen der Unternehmen zeigen aber auch, dass nicht alles schlecht war. Vor allem der M-Dax-Konzern wusste im Wettbewerb der Big Player Ausrufezeichen zu setzen. Unter dem berühmten Strich rechnet die Hannover Rück mit einem Konzernergebnis von rund 950 Mio. Euro – nach knapp 1,2 Mrd. Euro im Vorjahr. „Obwohl dieses hinter den Vorjahreswerten zurückbleibt, kann es als zufriedenstellend bewertet werden, wenn man bedenkt, dass das Jahr 2017 durch Naturkatastrophenereignisse geprägt war, die zu versicherten Schäden von deutlich mehr als 100 Mrd. US-Dollar geführt haben", erklärt Ulrich Wallin. Indes berichtet der Vorstandsvorsitzende der Hannover Rück von erfolgreichen Verhandlungen bei der Erneuerungsrunde für die Schaden-Rückversicherung zum 1. Januar 2018. „Wir konnten bei den  notwendige Preiserhöhungen durchsetzen, strategische Kooperationen ausbauen und unsere Anteile erhöhen, sodass wir in vielen Sparten wieder gewachsen sind." Das typische Branchenspiel geht also in eine neue Runde: Größere Schäden wie im abgelaufenen Geschäftsjahr führen meist zu höheren Prämien für das neue Jahr. Allerdings, schränken Experten ein, bleibe das Angebot am Rückversicherungsmarkt weiterhin hoch. Edward Morris von JP Morgan wies in einer ersten Einschätzung darauf hin, dass die Hannoveraner die Preise stärker gesteigert hätten als der Kontrahent Münchener Rück kurz zuvor. Deutlich waren die Zuwächse für die Niedersachsen in den Märkten Asien und Großbritannien. Zudem sollen sich in Nordamerika, der Karibik, Osteuropa sowie in den Bereichen Financial Solutions und Cyber attraktive Möglichkeiten eröffnet haben, das Portefeuille auszubauen. Vom gesamten Vorjahresprämienvolumen in der traditionellen Schaden-Rückversicherung in Höhe von 7.130 Mio. Euro standen zum 1. Januar Verträge mit einem Volumen von insgesamt 4.654 Mio. Euro zur Erneuerung an. Hiervon wurden Verträge im Umfang von 4.290 Mio. EUR verlängert, Verträge in Höhe von 610 Mio. Euro gekündigt bzw. in veränderter Form erneuert. Insgesamt - also unter Einbeziehung des Geschäfts der strukturierten Rückversicherung - ergab sich ein Wachstum von 21,8 Prozent zum 1. Januar 2018, berichtet die Hannover Rück.

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Haben die bekennenden Befürworter des gepflegten Understatements aus…