Sarah Rössler, Huk-Coburg-Vorstand: „Die Übernahme der ersten Führungsposition ist wahrscheinlich der größte Schritt in einer Karriere. Diese Entscheidung erfordert den größten Mut."
Sarah Rössler, Huk-Coburg-Vorstand: „Die Übernahme der ersten Führungsposition ist wahrscheinlich der größte Schritt in einer Karriere. Diese Entscheidung erfordert den größten Mut."Quelle: © Huk-Coburg
Erschienen in Ausgabe 3-2018Politik & Regulierung

Mittendrin, aber nicht dabei

Frauen suchen Führungsrolle in der Versicherungswirtschaft

Von Betina Kirsch und Anna TeifelVersicherungswirtschaft

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Theoretisch sind Frauen in Deutschland seit 1949 gleichberechtigt – zumindest per Gesetz. Doch das spiegelt sich in der heutigen, modernen Arbeitswelt noch nicht wider: Frauen sind in den Führungsetagen der deutschen Konzerne noch immer deutlich unterrepräsentiert. In den DAX-30-Unternehmen, die im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen, sind nur 13 Prozent der  Vorstände weiblich. Der Frauenanteil in anderen börsennotierten Unternehmen fällt deutlich geringer aus. Die Versicherungswirtschaft ist zwar schon lange keine reine Männerdomäne mehr, dennoch sind Frauen in Managementpositionen auch hier unterrepräsentiert. Der Anteil weiblicher Führungskräfte im Innendienst stieg in den letzten zehn Jahren über alle Führungsebenen hinweg von 21 Prozent auf 27 Prozent. In der ersten Führungsebene hat sich der Anteil in den letzten zehn Jahren auf gut 15 Prozent verdoppelt. Der Frauenanteil in den Vorständen der 60 größten Versicherungsunternehmen hat sich fast vervierfacht, jedoch ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau: von 2,5 Prozent in 2006 auf 9,3 Prozent im Jahr 2017.

Ab 40 sinkt die Chance, zu führen

Auf der Suche nach Ursachen und Lösungsansätzen für den Frauenmangel auf Managementebene hat der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) unter den Managerinnen der Branche eine umfangreiche Erhebung durchgeführt. Frauen, die in Führung sind, können bei diesem Thema bestens mitreden. Sie haben sich in einer männerdominierten Geschäftswelt durchgesetzt und wissen häufig auch aus Erfahrungen mit dem eigenen Team, weshalb viele Frauen sich gegen Karriere entscheiden. Ferner lassen sich aus ihren Werdegängen wichtige Schlüsselfaktoren für die Karriere ableiten, die womöglich der neuen Frauengeneration den Sprung in die Führungsetage erleichtern. Die im Durchschnitt 45-jährigen Teilnehmerinnen stammen vorwiegend aus den operativen Versicherungsbereichen Komposit, Vertrieb und Kundenbetreuung. Der Großteil der Managerinnen hat einen akademischen Hintergrund: Über zwei Drittel der Teilnehmerinnen haben studiert – die Hälfte davon Wirtschaftswissenschaften. Auch Jura und Mathematik gehören zu den häufig gewählten Studienfachrichtungen. Knapp die Hälfte der befragten Managerinnen hat außerhalb der Versicherungswirtschaft Erfahrungen in anderen Branchen wie zum Beispiel Banken, IT, Beratung und Wirtschaftsprüfung gesammelt. Nach dem Ausbildungs- oder Studienabschluss haben sie im Durchschnitt rund zwei Mal extern die Stelle gewechselt. Hinzu…