Mehr Qualifkationen, weniger Qualen: Unternehmen fordern und fördern zukunftsorientiert ausgerichtetes Personals.
Mehr Qualifkationen, weniger Qualen: Unternehmen fordern und fördern zukunftsorientiert ausgerichtetes Personals.Quelle: Fotolia/Marrishuanna
Erschienen in Ausgabe 3-2018Märkte & Vertrieb

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Wie sich die Weiterbildungsverpflichtung unter der Insurance Distribution Directive  auf den Versicherungsinnendienst auswirkt 

Von Reinhardt Lüger und Prof. Dr. Matthias BeenkenVersicherungswirtschaft

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Im Gegensatz zur bereits im Jahr 2007 eingeführten Insurance Mediation Directive (IMD), die sich ausschließlich auf den Versicherungsvermittler bezog, hat die zum 23. Februar 2018 in Kraft getretene Insurance Distribution Directive (IDD) alle Vertriebswege und -kanäle in der Versicherungswirtschaft im Fokus, auch den Innendienst von Versicherungsunternehmen. Davon ist unter anderem die Verpflichtung zur regelmäßigen Weiterbildung betroffen. Die IDD beschreibt im Erwägungsgrund 11 den Personenkreis, für den die Richtlinie Wirkung zeigen soll, als „Personen, deren Tätigkeit darin besteht, für Dritte Versicherungs- oder Rückversicherungsvertriebsdienstleistungen zu erbringen." Was sich hinter der Vertriebsdienstleistung verbirgt, führt Artikel 2 Abs. 1 Nr. 1 IDD aus, wenn er den Versicherungsvertrieb und seine darin enthaltenen Tätigkeiten beschreibt. Demnach umfasst Versicherungsvertrieb „die Beratung, das Vorschlagen oder Durchführen anderer Vorbereitungsaufgaben zum Abschließen von Versicherungsverträgen, das Abschließen von Versicherungsverträgen oder das Mitwirken bei deren Verwaltung und Erfüllung, insbesondere im Schadensfall, einschließlich der Bereitstellung von Informationen über einen oder mehrerer Versicherungsverträge aufgrund von Kriterien, die ein Kunde über eine Website oder andere Medien wählt, sowie die Erstellung von Ranglisten von Versicherungsprodukten, einschließlich eine Preis- und Produktvergleichs, oder ein Rabatt auf den Preis des Versicherungsvertrags, wenn der Kunde einen Versicherungsvertrag direkt oder indirekt über eine Website oder ein anderes Medium abschließen kann“. In dieser Definition finden sich alle Indikatoren, die eine Vertriebsdienstleistung beschreiben, für die die Betroffenen, die diese Tätigkeiten ausüben, unter die Notwendigkeiten einer angemessenen Qualifizierung und einer regelmäßigen Weiterbildungsverpflichtung fallen.

15 Zeitstunden jährlicher Weiterbildung obligatorisch

Auch der deutsche Gesetzgeber hat sich dieser Formulierung angeschlossen und in der neuen Fassung des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) im § 1a diese Definition vollständig übernommen, und damit die Grundlage für die Identifikation der betroffenen Personen in den Versicherungsunternehmen gelegt. Das Versicherungsaufsichtsgesetz verweist in § 7 Nr. 34a VAG direkt auf die obenstehende Definition des Versicherungsvertriebs in der IDD. In § 15 Abs. 3 VAG heißt es: „Der Versicherungsvertrieb im Sinne von § 7 Nummer 34a gehört zum Geschäftsbetrieb…