Quelle: © Euroforum
Erschienen in Ausgabe 3-2018Köpfe & Positionen

Karten auf den Tisch

Führungspersönlichkeiten fordern in Zeiten umbrechender Märkte klare Standpunkte und sachliche Diskussionen

Von Susanne Görsdorf-KegelVersicherungswirtschaft

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Der Kunde solle nicht warten, was der Versicherer anbiete, sondern gezielt den Dialog suchen. „Gehen Sie aktiv auf uns zu”, forderte Michael Hohmann, Allianz Global Corporate & Specialty, auf dem diesjährigen Haftpflicht-Forum in Hamburg. Die Herausforderungen seien vielfältig. Da ist zum einen die wachsende  Zahl von immer teureren Großschäden, bei denen insbesondere auch Umweltschäden verstärkt ins Gewicht fallen. Aber auch die Produktrisiken nehmen zu. Allein im letzten Jahr gab es über 10.000 Rückrufe, nicht zuletzt bedingt durch den zunehmenden Handel zwischen China und der Europäischen Union (EU) sowie die immer komplexer werdende Lieferkette. Der durchschnittliche Schaden belief sich auf 10,5 Mio. Euro, die Kosten für große Rückrufe könnten durchaus auch in die Milliarden gehen. Zu den weiteren Gefahrenherden gehören laut Hohmann Cyberrisiken, bei denen es noch viele offene Fragen bei der Versicherbarkeit gebe, wie z. B. danach, wann ein Rückruf gerechtfertigt sei und welcher Trigger das auslöse bzw. wer dazu bereit sei, eine solche Deckung zu bezahlen. Ein Thema mit zunehmender Brisanz sei auch das autonome Fahren. Hier gehe es um die Verlagerung der Risiken vom Halter auf den Hersteller einerseits und neue Dimensionen, wenn es zu Sachschäden kommt, andererseits.

Fondsindustrie hadert mit der Regulierung

Der Fondsverband BVI warnt Politiker und Behörden, dass eine Überregulierung der Investmentbranche negative Folgen für Fondssparer habe. „Bitte keine neuen Regeln mehr", forderte BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt. Die Fondsindustrie hatte zu Jahresbeginn mehrere Regulierungsvorgaben umzusetzen. Richter kritisiert vor allem die Verordnung über verpackte Anlage- und Versicherungsprodukte. Zwar sei die Idee dahinter gut, doch seien die Regeln schlecht gemacht. Die deutsche Fondsindustrie feierte 2017 den zweitbesten Absatz überhaupt.

Quelle: © BVI

Weiler glättet die Wogen

Die Zahlen können sich sehen lassen, der Branche geht es gut, und das ist ein Grund zur Freude. Doch dürften die GDV-Oberen wohl geahnt haben, was auf sie zukommen würde, hatte doch wenige Tage vor der Jahrespressekonferenz die Axa ihre Pensionskasse an die Frankfurter verkauft und auch die Run-off-Pläne der Generali und Ergo waren den Medienvertretern in guter Erinnerung geblieben. GDV-Präsident Wolfgang Weiler hielt dem Druck stand. „Es ist zu wenig Sachlichkeit in der Diskussion. Es werden nicht Menschen oder Verträge verkauft…