Wissensquelle Bibliothek: IDD soll die Bedeutung fundierter Inhalte stärker in das Bewusstsein von Vertretern rücken.
Wissensquelle Bibliothek: IDD soll die Bedeutung fundierter Inhalte stärker in das Bewusstsein von Vertretern rücken.Quelle: © David Ausserhofer
Erschienen in Ausgabe 3-2018Märkte & Vertrieb

Gut beraten, schlecht verkauft

Experten fordern strukturiertere Inhalte bei Bildungsprogrammen für Vermittler

Von Elke PohlVersicherungswirtschaft

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Seit dem 23. Februar ist die neue IDD-Welt auch in der Weiterbildung von Vermittlern Alltag. Das bedeutet, dass aus der freiwilligen Verpflichtung zur Weiterbildung über die Brancheninitiative „gut beraten“ eine gesetzliche Pflicht wird, die gegenüber den Aufsichtsbehörden nachgewiesen werden muss. Wie aber ist gegenwärtig der Stand der Weiterbildungsbemühungen von Vermittlern? Fast 131.500 Weiterbildungskonten, die bei der Initiative eingerichtet wurden, gab es zu Beginn des Jahres 2018. Rein rechnerisch wären es damit rund 60 Prozent der knapp 221.000 registrierten Vermittler, die sich weiterbilden. Über andere anrechenbare Qualifikationsbemühungen gibt es keine Statistiken. Und auch die 60 Prozent sind keine wirklich belastbare Zahl, wie Dr. Katharina Höhn betont. Laut der Hauptgeschäftsführerin des Berufsbildungswerks der Deutschen Versicherungswirtschaft (BWV), das als wirtschaftlicher und haftungsrechtlicher Träger im Rahmen der Initiative fungiert, seien auch angestellte Außendienstler und Mitarbeiter von Versicherern in der Statistik enthalten, die aber nicht registriert seien.

Umstellung im Vertrieb

Wenn man diese herausrechnet – 35.284 Weiterbildungskonten für angestellte Außendienstler, 9.258 Mitarbeiter von Versicherungsunternehmen und 3.151 von sonstigen Teilnehmern – dann kommt man auf 83.750 Konten für Versicherungsvertreter, Makler und Mehrfachagenten. Damit stellen sie zwar 64 Prozent aller Weiterbildenden. Aber den 20.434 Maklern, die sich weiterbilden, stehen 46.786 registrierte Makler gegenüber. Das sind gerade einmal knapp 44 Prozent. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sich mehr als die Hälfte der Makler bisher nicht weiterbildet – zumindest nicht über „gut beraten“. Bei den Vertretern sieht es mit 42 Prozent, die sich weiterbilden, ähnlich aus. Auch wenn die Zahlen Unschärfen aufweisen und die Situation sicher nicht komplett richtig darstellen, scheint es doch eine Vielzahl von Vermittlern zu geben, für die die Weiterbildungspflicht eine ziemliche Umstellung bedeuten dürfte. Zumal laut Bafin-Rundschreiben vom 15. Januar 2018 künftig auch gebundene Vermittler, die nicht der Erlaubnispflicht unterliegen, ähnlich wie freie Vermittler eine angemessene Qualifikation besitzen und sich regelmäßig fortbilden müssen. Die Branche hat für ihre Ausschließlichkeitsvertriebe freiwillig die IHK-Sachkundeprüfung zum/r Versicherungsfachmann/frau zum (untersten) Standard erhoben, so dass damit eine ausreichende Basisqualifikation bei Beginn der…