Erschienen in Ausgabe 3-2018Trends & Innovationen

„Es wäre falsch nur abzuwarten"

Kommentar von Provinzial-Rheinland-Vorstand Patric Fedlmeier

Von Patric FedlmeierVersicherungswirtschaft

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Digitalisierung, immer anspruchsvolleres Kundenverhalten, niedrige Zinsen und regulatorische Vorgaben werden treue Begleiter der Versicherungswirtschaft bleiben. Zwar kann die Provinzial Rheinland mit dem Geschäftsjahr 2017 zufrieden sein. So konnten wir dank starker Vertriebsleistungen in der Sachversicherung konzernweit mit über 5 Prozent deutlich über dem Markt wachsen - und das als Marktführer in vielen Sachsparten. Und auch die Schaden-Kosten-Quote unseres Sachversicherers kann sich mit gut 89 Prozent im Markt sehen lassen. Trotzdem werden auch die nächsten Jahre sehr herausfordernd und verlangen nach einer klugen Positionierung. Dazu zwingt vor allem die besondere Dynamik der technologischen Entwicklungen, die sich neue Wettbewerber zunutze machen. Dabei ist nicht jedes neue Insurtech oder Start-up eine Bedrohung für die klassische Versicherungswirtschaft. Aber Aggregatoren wie aktuell schon Check 24 oder künftig vielleicht Amazon könnten langfristig bedrohlich sein. Denn sie wirken mit ihrem suggestiven Ansatz direkt auf das Verhalten von Menschen. Dieses Bedrohungspotenzial gilt nicht nur, aber besonders auch für öffentliche Versicherer. Denn mit ihrem Angebot von persönlicher Beratung und Betreuung durch Agenturen und Geschäftsstellen stehen vor allem sie im Fokus der Angriffe solcher neuen Wettbewerber. Dabei sehen wir trotz aller Digitalisierung weiter gute Chancen für unser Geschäftsmodell: Denn dem persönlichen Kontakt zwischen einem Kunden sowie dem Versicherer und seinen Vermittlern wird auch künftig eine wichtige Bedeutung zukommen. Wir glauben: Der Erhalt von Präsenz in der Fläche ist ebenso eine Investition in die Zukunft wie Investitionen in den Ausbau digitaler Anwendungen. Ein Mensch, der im Schadenfall dem Kunden persönlich zur Seite steht, ist genau so wichtig wie Technologie, die einem Kunden hilft, rasch einen Schaden zu melden. Auch wenn viele Wettbewerber ihre Präsenz in der Fläche verringern, wir werden dort bleiben.

Kunde ist König

Der Kunde ist König, er ist immer informierter und immer kritischer. Eine verbesserte Erreichbarkeit, die permanente Messung von Kundenzufriedenheit und eine empathische Kundenkommunikation sind deswegen für uns absolut notwendig, um auch künftig erfolgreich zu sein. „Chatbots“, „Blockchain“, „AI“ – in der Diskussion um die fortschreitende Digitalisierung tummeln sich viele, vor allem englische Begriffe. Was Hype und was wirklicher Trend wird, lässt sich nur schwer sagen. Es wäre aber falsch nur…