Erschienen in Ausgabe 3-2018Unternehmen & Management

Angriff der Kurierkrieger

Paketdienste machen Versicherern Konkurrenz

Von Heng YanVersicherungswirtschaft

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Chinesischen Statistiken zufolge hat die Anzahl von Paketen, die von Kurierdiensten zugestellt wurden, im Jahr 2017 mit 40,1 Mrd. Stück einen Rekord erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein sattes Wachstum von 28 Prozent. Der gesamte Umsatz stieg um 24 Prozent auf umgerechnet 63 Mrd. Euro. Die durch den Internethandel getriebene Entwicklung kommt auch dem Versicherungswesen zugute. Der Online-Versicherer Zhong An etwa hat seit seiner Gründung 2013 bis Ende 2016 7,2 Mrd. Policen für Pakettransport- und Warenrückgabeversicherung verkauft. Obwohl die Beiträge für solche Policen meistens im Cents-Bereich anzusiedeln sind, macht immerhin die Menge das Geschäft aus. Letztes Jahr hat Zhong An im Zuge des von Alibaba veranstalteten Singles Days 300 Millionen derartiger Versicherungen abgesetzt.
Die vier größten Kurierdienste haben den Erfolg mitbekommen und wollen nun gemeinsam einen eigenen Versicherer für Pakettransport und Warenrückgabe gründen. Zusammen mit drei Finanzinvestoren haben sie ein Startkapital von insgesamt einer Mrd. Yuan (umgerechnet 127,3 Mio. Euro) gesammelt und bei der Aufsichtsbehörde Antrag auf Gründung einer Versicherung namens Zhong Bang Insurance gestellt.

Taiwan entwickelt sich zum Maklermarkt

Die Niederlassung von AIG in Taiwan will die Zusammenarbeit mit Maklern verstärken. Doch damit nicht genug. Vor kurzem hat der Versicherungsriese angekündigt, alle seiner 800 Außendienstmitarbeiter in eine Maklerfirma auszulagern. Marktbeobachter werten diesen Schritt als Maßnahme zur Kosteneinsparung auf einem gereiften Markt. In diesem werde rund die Hälfte aller Versicherungsprämien von Maklern beigesteuert. Taiwan gilt mit insgesamt 700 Maklerunternehmen als gut entwickelter Versicherungsmarkt. Mehr als 60 Prozent der Beiträge sollen über Makler erbracht werden. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die taiwanesischen Versicherer von eigenen Vermittlern trennen. Bereits 2009 hat der Lebensversicherer Prudential Life seine Außendienste in ein externes Maklerunternehmen ausgelagert. Auf dem chinesischen Festland hat diese Entwicklung die Diskussion ausgelöst, ob Taiwan diesbezüglich ein Vorbild sein kann. Die meisten Branchenkenner verneinen das – mit dem Hinweis, dass laut Jahresbuch der chinesischen Versicherung 2016 nur 2,3 Prozent aller Beiträge auf Makler zurückzuführen sind. Derzeit spielen in China die Vertriebsschienen Banken und eigene Außendienstmitarbeiter immer noch die wichtigste Rolle.

Zhong An entwickelt Blockchain-Technologie