Erschienen in Ausgabe 9-2017Unternehmen & Management

Von Buchhaltern zu Alleskönnern

Die neuen Profile im Rechnungswesen von Erst- und Rückversicherern

Von und Versicherungswirtschaft

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Das Rechnungswesen (RW) nimmt eine zentrale Rolle in der Unternehmensstruktur von Erst- und Rückversicherern ein. In seiner traditionellen Rolle bzw. Sichtweise hat es zur Aufgabe, die wirtschaftlichen Tatbestände und Geschäftsvorfälle innerhalb des Versicherungsunternehmens sowie zwischen dem Unternehmen und seiner Umwelt zahlenmäßig und ordnungsgemäß abzubilden.
Hierfür richtet das Versicherungsunternehmen RW-Strukturen, -Prozesse sowie -Systeme ein. Zur traditionellen Rolle bzw. Sichtweise des Regelbetriebes zählen u.a. die Prozesse und Aufgaben der laufenden Buchführung, der finanz- und aufsichtsrechtlichen Berichterstattung sowie der Organisation und Koordination. Über den Regelbetrieb hinaus ist das Rechnungswesen in eine Vielzahl von Veränderungsprozessen innerhalb von Projekten eingebunden. Projekte mit starkem RW-Bezug werden aktuell insbesondere in den Bereichen Rechnungslegung und -prüfung, Compliance und Informationstechnik durchgeführt.

Digitalisierung soll Prozesse beschleunigen

Die Buchführung und Bilanzierung wirtschaftlicher Tatbestände und Geschäftsvorfälle in einem Versicherungsunternehmen muss nach vorgegebenen Regeln erfolgen. Für in Deutschland ansässige Versicherer gelten die Vorgaben des Handelsgesetzbuches (HGB) in Verbindung mit der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV). Für kapitalmarktorientierte Versicherungsakteure gelten zusätzlich die Vorgaben der International Financial Reporting Standards (IFRS).
Bei Änderungen an bestehenden oder bei Erscheinen neuer Rechnungslegungsvorschriften ist das Rechnungswesen als Verantwortlicher für die Rechnungslegung in der Pflicht, entsprechende Projekte zu initiieren und durchzuführen. Aktuell befasst sich das Rechnungswesen kapitalmarktorientierter Versicherungsunternehmen verstärkt mit der am 18. Mai 2017 veröffentlichten Rechnungslegungsvorschrift IFRS 17 („Insurance contracts“). Inhaltlich ist es in die Klärung fachlicher Grundsatzfragen sowie in die Konzeption und Umsetzung der fachlichen und systemseitigen IFRS-Zielarchitektur einzubinden. Wie die organisatorischen, prozessualen und systemseitigen Auswirkungen des IFRS 17 umzusetzen sind, analysiert das Rechnungswesen unter Berücksichtigung bestehender Solvency-II-Prozesse und Systeme.
Der Gesamtprozess zur Erstellung des Jahresabschlusses eines Unternehmens setzt sich aus einer Vielzahl von Sub- und Zulieferprozessen zusammen, ist geprägt von menschlichen und prozessualen Abhängigkeiten und wird…