Erschienen in Ausgabe 9-2017Schlaglicht

Puffer im Fundament

Lokales Risikomanagement braucht globales Denken

Von Achim HillgrafVersicherungswirtschaft

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Das Motto des diesjährigen GVNW Symposiums lautet „Globale Risiken und Trends – lokale Herausforderungen“. Dieser Diskurs ist notwendiger und aktueller denn je, denn globales Wachstum bedeutet für Unternehmen stets Herausforderungen – sowohl lokal als auch global. Laut GDV haben die Stürme „Friederike“ und „Elvira“ im Mai und Juni letzten Jahres Schäden im Gesamtwert von rund 1,2 Mrd. Euro verursacht, im Vorjahr kostete „Niklas“ allein fast ebenso viel. Naturkatastrophen, die weitreichende Konsequenzen für deutsche Unternehmen haben können, ereignen sich natürlich nicht nur vor der eigenen Haustür. Wird die Lieferkette durch ein Schadenereignis unterbrochen, ist dies für Unternehmen spürbar, ob in Tuttlingen oder Shenzhen.
Ein Ereignis am anderen Ende der Welt kann ebensolche Auswirkungen auf das Unternehmen haben wie lokale Ereignisse. Die „BRIC“-Staaten, die „Next Eleven“-Länder oder der Verband Südostasiatischer Nationen sind nur eine Auswahl von Ländergruppen, die in den vergangenen Jahren in den Mittelpunkt des wirtschaftlichen Interesses gerückt sind. Wer im Wettbewerb mithalten möchte, produziert zunehmend im kostengünstigeren Ausland – und somit auch in Gegenden, die durch Elementarrisiken gefährdet sind. Betrachtet man die Jahre 2013 bis 2016, verursachten Überschwemmungen unter den Naturkatastrophen die höchsten Schäden für die Weltwirtschaft. Laut dem „Annual Global Climate and Catastrophe Report“ von Aon Benfield belief sich das Schadenausmaß allein 2016 auf 62 Mrd. US-Dollar. Naturkatastrophen sind aber nicht der einzige Faktor, der eine Betriebsunterbrechung hervorrufen kann. Zu den größten Gefahren für die Lieferkette zählen nach wie vor auch Feuerrisiken. Überhitzung, feuergefährliche Arbeiten, Explosionen oder menschliches Fehlverhalten – dies alles kann dazu beitragen, dass eine Lieferkettenunterbrechung auf unbestimmte Zeit eintritt. Unternehmen ihrerseits möchten Planbarkeit und Stabilität in ihrer Versicherungsdeckung. Hinzu kommt der Bedarf an Produkten und Dienstleistungen, die über die „reine Versicherung“ hinausgehen, bspw. aktive Schadenprävention als Teil des Risikomanagements. Es gilt holistisch zu denken und alle Eventualitäten abzuwägen.
Bauvorschriften etwa setzen Standards, um Aspekte wie z.B. Sicherheit, Widerstandsfähigkeit und Energieeffizienz von Gebäuden zu regulieren. Sie entwickeln sich stetig weiter und variieren von Land zu Land – und innerhalb eines Landes von Region zu Region. Das ist selbstverständlich, um lokale…