Erschienen in Ausgabe 9-2017Schlaglicht

Einig in der Theorie, gespalten in der Praxis

Zu viele Stakeholder und Auflagen erschweren die Zeichnung Internationaler Versicherungsprogramme

Von Rüdiger AurasVersicherungswirtschaft

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Bei der Bewältigung von Risiken, die sich aus der zunehmenden Komplexität und internationalen Verknüpfung von Produktionsabläufen ergeben, haben sich Internationale Versicherungsprogramme in den letzten Jahrzehnten als wichtiges und funktionierendes Instrument bewährt, um finanzielle Konsequenzen, die sich aus diesen Risiken ergeben, abzusichern. Dabei hat sich der grundsätzliche Aufbau dieser Programme mit Lokalpolicen, die weitestgehend das lokale Risiko im entsprechenden Land abdecken und einer sogenannten Masterpolice, die als Sicherheit für die Muttergesellschaft eine Konditions- und Summendifferenzdeckung, auch DIC-/DIL-Deckung (Difference in Condition/Difference in Limit) genannt, weltweit gewährt, im Grundsatz über die Jahre wenig geändert. Für die im versicherungsnehmenden Unternehmen für den Risikotransfer Verantwortlichen, bietet dieses Konstrukt die bestmögliche Garantie, dass der gewünschte Deckungsumfang weltweit verfügbar ist. Allerdings gibt es für Versicherungsnehmer, Makler und Versicherer bei der Umsetzung solcher Lösungen einige Hürden, die vor allem bei der Gestaltung des DIC-/DIL-Bereiches auftreten.

Druck der Aufsicht zeigt Wirkung

Zum einen ist hier zu beachten, dass für die Gewährung dieser Deckung, auch wenn Sie ausschließlich im Vertrag des Mutterhauses dokumentiert wird, Versicherungssteuer in fast allen Ländern, für die diese Deckung Gültigkeit hat, abgeführt werden muss. Vorab haben sich die Beteiligten allerdings die Frage zu stellen, ob DIC-/DIL-Versicherungsschutz überhaupt gewährt werden darf?
Nicht erst seit Einführung der sogenannten „Multinational Insurance Proposition“ (MIP) der Zurich in 2007 ist die Regulierung und das Einhalten aufsichts- und steuerrechtlicher Vorgaben („Compliance“) bei der Gestaltung internationaler Versicherungsprogramme ein bedeutsames Thema für Versicherer, Makler und vor allem auch die Versicherungsnehmer. Die zunehmende Sensibilität der Aufsichts- und Steuerbehörden, dazu einige praktische Fälle, in denen vor allem im Rahmen der Schadenabwicklung Vorwürfe über Verstöße gegen Aufsichts- und/oder Steuerrecht aufkamen, haben hier zu einer weitreichenden Verunsicherung in der (Versicherungs-) Industrie geführt.
Die Makler und Versicherer haben auf diese Situation reagiert, zum einen wird noch mehr Wert auf eine möglichst präzise Spiegelung des gewünschten Versicherungsschutzes in den betroffenen Ländern gelegt. Es gibt eine Vielzahl von Informationen, was in welchen Ländern zugelassen ist, mit…