Erschienen in Ausgabe 9-2017Schlaglicht

Multitasking auf hohem Niveau

Industrieversicherer rüsten sich für anspruchsvolle Deckungsszenarien

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Cyber-Risiken haben die CEO-Agenda erreicht, die Haftpflichtversicherung gewinnt beim Kunden an Bedeutung, verliert aber gleichzeitig beim Preis. Auch die Sachversicherung macht eine schwierige Phase durch. Das Industrieversicherungsgeschäft bleibt anspruchsvoll und spannend zugleich.Aufgrund von Großschäden werde es für eine ganze Branchen schwieriger, sich zu versichern, glaubt Thomas Olaynig. Der stellvertretender Market Officer beim Industrieversicherungsmakler Marsh kritisiert, dass immer schneller Zeichnungsverbote ausgesprochen werden statt zum Dialog über notwendige Risikomanagement-Maßnahmen und richtige Prämien zu kommen. Demgegenüber gibt sich Christian Hinsch, Vorstandsvorsitzender von HDI Global und Vize des Talanx Konzerns, selbstbewusst. „Ein Industrieversicherer muss mehrere Dinge erfüllen können. Er muss Risiken exakt analysieren und strukturieren können, möglichst weltweit, und die Qualität der Schadenregulierung mit ausgewiesenen Profis nachweisen.“ Die Grenzen der Versicherbarkeit seien eher ökonomischer Art. Um etwas zu versichern, sei es wichtig über Daten zu verfügen, mit denen das Risikopotenzial berechnet werden kann. Das sei bei neuen Technologien häufig schwierig. Es bedeute aber nicht, in einer solchen Situation lieber erst einmal gar keinen Versicherungsschutz anzubieten. HDI sieht in der Digitalisierung viele neue Chancen für seine Kunden, aber auch Risiken. „Wenn in einer Anlage eines Kunden Daten entwendet oder manipuliert werden, kann dies nicht nur zum Produktionsstillstand an einem Standort führen, sondern zum Ausfall vieler Standorte vieler Unternehmen“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Man stelle seinen Kunden angesichts dieser Gefahren neue Versicherungslösungen zur Verfügung und übernehme so Teile der Cyber-Risiken.
Zudem forderten global aufgestellte Unternehmen für ihre weltweit verzweigten Risiken internationale Versicherungslösungen. HDI hat in den vergangenen zwanzig Jahren ein globales Netzwerk mit 57 eigenen Standorten in 35 Ländern aufgebaut. In weiteren mehr als 100 Ländern ist der Versicherer über Netzwerkpartner aktiv. Auf diese Weise soll der Kunde auf der ganzen Welt mit lokalen Policen versorgt werden. Auch die Regulierung durch die nationalen Versicherungsaufsichtsbehörden werde weltweit immer komplexer, formaler und protektionistischer. Dieser Trend erschwere globale Versicherungslösungen und erhöhe deren Kosten.

Lokale Policen in globalen Märkten

Wer sich in der heutigen Zeit in dieses nach wie vor…