Erschienen in Ausgabe 9-2017

Quo Vadis.

Von Dr. Dirk SolteVersicherungswirtschaft

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Es ist die Zeit des Wahlkampfes. Ein Wettstreit der Personen und Parteien um die demokratische Legitimierung als Volksvertretung. Vertretungsanwärterinnen und -anwärter präsentieren der Wählerschaft mit dem scharfen Schwert des Wortes ihre Ziele, für die sie als Person und als Mitglied einer Partei stehen. Mit konkreten Ideen für konkrete Maßnahmen zu deren Erreichung werben sie für sich und ihre Überzeugung. So kann die Wählerschaft ihre individuellen Wertvorstellungen damit abgleichen, um die zwei „Kreuzchen“ an den richtigen Stellen zu setzen.
Die persönlichen Positionen der Direktkandidaten setzen dabei den Fokus auf die regionalen Besonderheiten, um im Ringen mit den anderen Kandidaten des eigenen Wahlkreises die Mehrheit bei den Erststimmen für den sicheren Einzug ins Parlament zu erhalten. Die Parteipositionen stellen sich den großen Herausforderungen des bundesweiten und globalen Gemeinwesens für einen nachhaltigen Wohlstand in einer friedlichen Welt. Die Parteien kämpfen so um die für die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ausschließlich zählenden Zweitstimmen. Die Souveränität der Darlegungen und die Überzeugungskraft der Argumente sind die „Munition“, um dem mündigen Bürger in einer funktionalen und sozialen Demokratie eine klare Orientierung für die Entscheidung zu bieten.
Werden wir solch einen Wahlkampf noch in den verbleibenden Wochen bis 09/24 erleben? Werden wir die faire Auseinandersetzung im respektvollen Ringen um den richtigen gesellschaftlichen Weg in den Medien verfolgen können? Oder dominieren die Debatten darüber, ob der Wahlkampf schon längst entschieden ist; einem Wahlkampf, in dem die politischen Programme von Marketingexperten und Spin-Doktoren über Ikons, Porträts, Posen und „Leichte Sprache“ an den twitternden Schwarm der Wählerschaft transportiert werden?
Die letzten Wahlen in anderen Ländern der Welt haben zumindest eines erreicht: Das Bewusstsein dafür, dass unser sozioökonomisches System, national und global, erneut instabiler geworden ist, ist gewachsen. Das hat bislang den Wahlkampf geprägt. Es ist der Gedanke der Vorsicht, dass am Wahltag „nichts schiefgehen“ darf, der die etablierten, nicht zu weit von der vermuteten Mitte entfernten Parteien eint. Es gilt, das stabilisierende und balancierende Wertefundament einer Demokratie mit einer sozialen Marktwirtschaft, unter Beachtung der Umweltbegrenzungen, gegen extreme Tendenzen abzusichern. Das ist eine große Herausforderung für uns alle, da der demografische und…