Erschienen in Ausgabe 9-2017Unternehmen & Management

Ideal: Hohe Verluste in Komposit – rapides Wachstum der Einmalbeiträge – Risikolage angespannt

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Die Ideal Versicherung AG hat 2016 bei 15,47 (15,76) Mio. Euro Bruttobeitrag nach Steuern erneut 5,6 (−5,4) Mio. Euro Verlust geschrieben. Die Versicherungstechnik nach Zuführung von 1,67 (1,15) Mio. Euro Schwankungsrückstellung war mit 5,89 (−5,22) Mio. Euro negativ.
Mit den Jahresfehlbeträgen der Vorjahre summiert sich das Ergebnis 2016 zu 11,73 (6,14) Mio. Euro Bilanzverlust. Die Kapitalerhöhung des Vorjahres von 5,5 Mio. Euro ist damit bereits wieder aufgezehrt. Das Eigenkapital belief sich zum Jahresultimo 2016 nur noch auf 4,39 (4,49) Mio. Euro. Die SCR-Bedeckungsquote erreichte laut SFCR-Bericht ohne Anpassungsmaßnahmen 128%. Der Lebensversicherer, der die Obergesellschaft ist, kommt auf eine SCR-Quote von 132,6% bzw. mit Rückstellungstransitional auf 338,8%. Die noch im Geschäftsbericht 2015 erhofften Effekte aus eingeleiteten Maßnahmen haben damit 2016 offensichtlich noch nicht zu einer „spürbaren“ Entspannung der Schadensituation in der Problemsparte Rechtsschutz geführt. Mit 5,30 Mio. Euro Bruttobeitrag (+3,4%) machte der Rechtsschutz 34,4 (32,5)% des Geschäfts aus. In dieser Sparte erreichten die Schadenquote f.e.R. 147,8% und die Kostenquote f.e.R. 36,3%. Die Combined Ratio im Rechtsschutz betrug somit 184,2%; über alle Sparten waren es 116,5 (122,5%). Den Angaben zufolge wurde 2016 für Rechtsschutz erneut eine Drohverlustrückstellung von 1,69 (0,74) Mio. Euro gebildet. Über alle Sparten wurden die versicherungstechnischen Rückstellungen brutto auf 21,34 (15,99) Mio. Euro erhöht; davon waren 10,58 (7,12) Mio. Euro für Rechtsschutz.
Die Sparte Rechtsschutz belaste das Geschäft aufgrund noch nicht geschlossener Altschäden. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Schadensituation würden zeitnah umgesetzt und sollen die schon eingeleiteten Maßnahmen aus den Vorjahren ergänzen. Über alle Sparten weist der Kompositversicherer eine Netto-Schadenquote von 76,9 (83,5)% und ein negatives Abwicklungsergebnis von 29,4 (−67,9)% der Eingangsrückstellungen aus. Angesichts dieser Entwicklung seien mit einem externen Dienstleister die Ursachen für den negativen Schadenverlauf analysiert und die im Vorjahr umgesetzten Maßnahmen um weitere Details ergänzt worden. So wurden 2016 neue Tarife eingeführt, es gab weitere Beitragsanpassungen und Altbestände mit Vorschäden wurden saniert. „Wir gehen davon aus, dass die Effekte der eingeleiteten Maßnahmen bereits im kommenden Geschäftsjahr spürbar werden und sich damit die Schadensituation in der Sparte Rechtsschutz…