Erschienen in Ausgabe 9-2017Unternehmen & Management

Continentale Versicherungsverbund:  Mannheimer-Integration zieht Kranken-geschäft hoch – Bruttoergebnis sinkt

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Der Continentale-Versicherungsverbund wuchs 2016 um 3,5% auf 3,67 Mrd. Euro Beitrag. Wachstumsmotoren waren nach Unternehmensangaben die Schaden- und Unfallversicherung sowie die Lebensversicherung. Der Verbund erzielte ein Rohergebnis von 480 (551) Mio. Euro. Der Rückgang wird im Wesentlichen mit der Aufstockung der Zinszusatzreserve (ZZR) in der Lebensversicherung erklärt; die Continentale Leben erhöhte die ZZR um 75,6 Mio. Euro auf 264,9 Mio. Euro, die Europa Leben um 25,0 Mio. Euro auf 76,4 Mio. Euro. Das Kapitalanlagevolumen nahm um 3,5% auf 21 Mrd. Euro zu und brachte 796,8 Mio. Euro Ertrag (+2,5%). Der Verbund stockte das Eigenkapital um 54 Mio. Euro auf 1,055 Mrd. Euro auf. Nach Unternehmensangaben bestehen alle Verbundunternehmen die Solvency-II-Anforderungen auch ohne Übergangsmaßnahmen. Die Continentale Leben kommt ohne alles auf eine SCR-Bedeckungsquote von 261,3%; mit Volatilitätsanpassung und Rückstellungstransitional sind es 529,1%. Für die Europa Leben werden 920,5% ausgewiesen, die Continentale Kranken erreicht 500,2%.
Für 2017 rechnet die Continentale Krankenversicherung mit einem geringeren Neugeschäft. Aufgrund von Beitragsanpassungen 2017 würden die Beiträge aber steigen, so der Vorstand im Ausblick des Geschäftsberichtes. Die Geschäftszahlen 2016 sind wesentlich beeinflusst von der zum 1. Januar 2016 vorgenommenen Vermögensübertragung der Mannheimer Krankenversicherung AG auf die Conti Kranken. So wuchs der Bestand in der Vollversicherung infolge der Vermögensübertragung um 5,4%. Der Versichertenbestand vergrößerte sich allein durch die Übertragung von 72.474 Mannheimer-Verträgen um 5,7% auf 1.358.301 Personen; davon waren 916.646 selbstständig Teilversicherte und 32.169 aus dem geschlossenen und damit bestandsmäßig nur noch abnehmenden Mitversicherungskollektiv der Bahn- und Postbeamten (GPV). Das Beitragsplus von 9,1% auf 1,59 Mrd. Euro stammt ebenfalls fast ausschließlich aus der Übertragung der Mannheimer. Ohne diese wären die Beiträge marktunterdurchschnittlich um 0,5% gewachsen. Dass die reinen Bruttoversicherungs-Leistungen um knapp 8,6% auf 1,23 Mrd. Euro zulegten, wird ebenso vornehmlich der Übertragung zugeschrieben. Die Schadenquote erhöhte sich erneut auf nunmehr 82,4 (80,0)%.
Während der Anteil der stationären Leistungsausgaben auf 35,4 (37,3)% sank, vergrößerten sich die Anteile für die ärztliche Behandlung auf 29,4 (27,8)% und für den Zahnbereich auf 11,1 (10,5)%. Die Kostenquote für den Abschlussbereich verminderte sich…