Erschienen in Ausgabe 9-2017Unternehmen & Management

Auxilia Rechtsschutz: Wachstum mit Bestandsanpassungen – Abgasskandal und Hypothekenwiderrufe belasten das Geschäft

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Auch bei der Auxilia Rechtsschutz-Versicherungs-AG, München, treiben der VW-Diesel-Skandal und die falschen Widerrufsbelehrungen von Immobiliendarlehen die Schadenzahlungen. Für 2017 sei aufgrund des Bestandswachstums der letzten Jahren sowie dieser Thematiken mit einem „deutlichen“ Anstieg der Schadenaufwendungen zu rechnen, schreibt der Vorstand im Ausblick des Lageberichts. Bereits im Gj. 2016 war die Zahl der gemeldeten Leistungsfälle um 3,1% gestiegen und die Zahlungen für Versicherungsfälle (inklusive Schadenregulierungskosten) um 5,6% auf 58,1 Mio. Euro. Diese Zunahme beruhte auf den Schadenzahlungen für die Streitfälle um die Widerrufe von Immobilienkrediten. Der VW-Abgas-Skandal machte sich nach Unternehmensangaben bei den Schadenzahlungen noch nicht „signifikant bemerkbar“.
Dass die Schadenquote für Geschäftsjahresschäden 2016 auf 69,1 (74,7)% zurückfiel, lag am Prämienzuwachs von 16,4% auf 94,4 Mio. Euro Bruttobeitrag. Ursächlich für das Plus seien „ganz überwiegend“ die im Bestand durchgeführten Beitragsanpassungen. Ohne absolute Zahlen zu nennen, wird auf ein um 13% höheres Neugeschäft hingewiesen. Die Zahl der Verträge wuchs um 1,8% auf 543.511. Die Kostenquote wird mit 28,9 (28,8)% angegeben. Damit sank die Combined Ratio auf 98,0 (103,5)% und die Versicherungstechnik schlug von 2,8 Mio. Euro Verlust in positive 1,88 Mio. Euro um. Auch für 2017 rechnet der Vorstand trotz der zusätzlichen Schadenbelastung mit einem positiven versicherungstechnischen Ergebnis. Der Jahresüberschuss werde gegenüber dem über Plan liegenden Ergebnis von 2016 rückläufig sein. Für 2016 weist der zum Automobilclub Kraftfahrer-Schutz e.V. gehörende und ausschließlich für dessen Mitglieder tätige Versicherer mit 4,18 (1,32) Mio. Euro einen um 23% höheren Gewinn nach Steuern aus. Davon wurden 2,5 (1,3) Mio. Euro in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Das Eigenkapital stieg zum Jahresende um 10,1% auf 45,7 Mio. Euro, was – bezogen auf die verdienten Beiträge f.e.R. – einer Eigenkapitalquote von 50,3 (52,1)% entspricht. Die SCR-Bedeckungsquote wird auf 167% beziffert; der Rechtsschutzversicherer nutzt die Standardformel zusammen mit einem unternehmensspezifischen Parameter.
Die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Fälle wurden um 4,6 (4,5) Mio. Euro auf 126,4 Mio. Euro aufgestockt; womit die Reservequote 134 (153)% der gebuchten Beiträge ausmachte. Insgesamt betrugen die versicherungstechnischen Rückstellungen zum Bilanzstichtag 146,55 (138,4) Mio. Euro. Die Nettoverzinsung erreichte 2,8 (3,0)%. Die Bewertungsreserven betrugen zum Bilanzstichtag per Saldo 20,0 (17,7) Mio. Euro, was 10,4% der gesamten Kapitalanlagen entspricht.lie