Erschienen in Ausgabe 8-2017Trends & Innovationen

Bundestag stärkt Honorarberatung nach Gusto der Vermittler

GDV lobt ausgewogene Umsetzung europäischer Vorgaben

Von Manfred BrüssVersicherungswirtschaft

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Die große Koalition hat die nationale Umsetzung der EU-Vorgaben für die neue Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD – Insurance Distribution Directive) fristgerecht beschlossen, sodass die wesentlichen Elemente im Februar kommenden Jahres in Kraft treten können. Keine Vermittlung von Versicherungsprodukten ohne Beratung – auch im Fernabsatz nicht –, dieser Grundsatz ist ein starkes Signal an den Versicherungsvertrieb. Dass die Vermittlerverbände letztlich noch jubeln konnten, ist einer Kampagne von Versicherungsmaklern zu verdanken, die sich vor allem gegen die strikte Trennung von Honorarberatung und provisionsbasiertem Vertrieb und eine mögliche Doppelberatung von Maklern und Versicherern richtete. Der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung hatte zu Protesten aufgerufen und zugleich seine Position durch ein Gutachten von Professor Hans-Peter Schwintowski untermauert. Letztlich lag die Entscheidung aber beim Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages sowie bei den Ausschüssen für Finanzen, Recht und Verbraucherschutz, die letztlich die entscheidenden Verbesserungen zugunsten der Versicherungsmakler durchsetzten. Dabei dürften sich die Versicherungsmakler wohl in besonderer Weise beim CDU-Finanzexperten Klaus-Peter Flosbach bedanken. Flosbach, der nach 15 Jahren Zugehörigkeit jetzt aus dem Bundestag ausscheidet, sagte in der bis in die Nacht zum 30. Juni andauernden Plenarsitzung laut Protokoll, es sei in der Tat gelungen mit der IDD-Umsetzung die Honorarberatung zu stärken. Allerdings würden von den zu diesem Zeitpunkt registrierten 318 Versicherungsberatern nur 89 auch Privatkundengeschäft betreiben. „Wir haben deswegen gesagt: Wir wollen in Zukunft die Honorarberatung stärken. Das geht ausdrücklich nur über die Versicherungsmakler und das haben wir jetzt mit dem Gesetzentwurf in der Ausschussfassung geregelt.“
Aber nicht nur die Vermittlerverbände äußerten sich zufrieden, auch das Branchenschwergewicht, der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), sprach von einer ausgewogenen Umsetzung der europäischen Vorgaben. Zugleich mahnte der GDV wegen der nur kurzen Vorbereitungszeit auf das neue Regelwerk eine schnelle Umsetzung der damit verbundenen Verordnungen an. Flosbach hatte im Gespräch mit der Versicherungswirtschaft erklärt, dass zu dem geänderten Gesetzentwurf zur „Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Januar 2016 über Versicherungsvertrieb und zur Änderung weiterer Gesetze“ auch…