Erschienen in Ausgabe 8-2017Trends & Innovationen

Prüfprozess in vollem Gange

Verkauf der Generali Leben nimmt erste Konturen an

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Noch sind es nur Gerüchte, die sich aber immer mehr verdichten und die deutsche Versicherungslandschaft erschüttern werden. Der italienische Versicherungskonzern Generali soll Insidern zufolge die US-Investmentbank Morgan Stanley damit beauftragt haben, einen Verkauf der deutschen Tochter Generali Leben zu prüfen. Damit käme der bisher größte Bestand an Lebensversicherungen in Deutschland auf den Markt.
Die Generali Leben verfügt über Beitragseinnahmen von rund 3,1 Mrd. Euro und betreut rund 4,2 Mio. Verträge. Das Portfolio beinhaltet mehr als 41 Mrd. Euro Kapitalanlagen. Die Erträge daraus lagen 2016 bei 1,6 Mrd. Euro. Eine solche Transaktion dürfte im deutschen Lebensversicherungsmarkt mindestens ein mittleres Erdbeben auslösen. Interessant und weitgehend an der Öffentlichkeit vorbeigegangen ist die Tatsache, dass die Generali Leben schon gar keine eigenen Beschäftigten mehr hat. Bis Ende letzten Jahres waren es noch insgesamt 505 von einstmals mehreren Tausend. Im Übrigen wurden auch die Mitarbeiter der Generali Sach, die nicht zum Verkauf stehen soll, auf die Generali Deutschland übertragen. Die Mitarbeiter sind jetzt noch per Dienstleistung für die Leben und die Sach tätig.

Versäumnisse im Management

Die jetzige Generali Leben war 2009 aus der Fusion der Volksfürsorge Leben und der Generali Leben hervorvorgegangen und kerngesund. Seitdem hörte man allerdings in regelmäßigen Abständen von Kostensenkungsprogrammen, die mit dem Abbau von Hunderten von Arbeitsplätzen einhergingen. Zugleich wurde in Leipzig eine Dienstleistungsgesellschaft gegründet, um mit neuen Mitarbeitern kostengünstiger zu arbeiten.
Ende 2015 wurde das Neugeschäft mit traditionellen Lebensversicherungen bereits eingestellt. Auch auf der Vorstandsebene gab es sehr oft überraschende Veränderungen. Neu sind Verkaufs-Gerüchte um den Lebensversicherer des größten italienischen Versicherungskonzerns oder gar ein Run-off nicht. Zuletzt waren Anfang des Jahres Hinweise über Veränderungspläne bekannt geworden. In den letzten Monaten war es aber wieder ruhiger geworden. Allerdings gibt es Informationen, dass spätestens im August/September 2017 eine Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens fallen werde. Noch sei nichts entschieden, heißt es aus der Generali. Der Prüfprozess sei aber im Gange. Als Argument wird immer wieder angeführt, dass die Niedrigzinsphase das Unternehmen stärker betroffen habe als die Schwestergesellschaften Cosmos Direkt und Aachen Münchener Leben. Hier stellt sich…