Erschienen in Ausgabe 8-2017Märkte & Vertrieb

Kontinuität im System

Wie das Business Continuity Management nach dem Schadenfall die Rückkehr zum Normalbetrieb beschleunigt

Von Franz-Peter SchmidtVersicherungswirtschaft

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In den letzten Jahren kam es zu einer Reihe von Schadenereignissen, deren durch die Betriebsunterbrechung verursachten direkten und indirekten monetären Verluste weitaus größer waren als die mit dem Schadenereignis verbundenen Sachschäden. So war im Explosionsereignis BASF/Ludwigshafen des Jahres 2016 der durch die Betriebsunterbrechung verursachte monetäre Schaden etwa zehnmal so hoch wie der eigentliche Sachschaden. Das nicht nur Sachschäden, verursacht durch Feuer, Explosion, Erdbeben, Hochwasser oder sonstige „Hard Causes“ Unternehmen stark belasten oder gar in eine finanzielle Schieflage bringen können, zeigte die Pleite der asiatischen Reederei Hanjin aus dem Jahr 2016, die in Folge jahrelanger Preiskämpfe Insolvenz anmelden musste. Die hierdurch entstandenen Engpässe in der Lieferkette, verbunden mit drastischen Preiserhöhungen im Transportbereich, trafen insbesondere solche Branchen, die stark auf Asien-Importe setzen.

Underwriter stark vom klassischen Riskmanagement geprägt

Bedingt durch Globalisierung, werden die durch so genannten „Soft Causes“ verursachten Betriebsausfälle in Zukunft ansteigen.Schon heutzutage fällt es schwer, im Zulieferungsbereich Second und Third Tier Supplier zu identifizieren und zu lokalisieren, um das Risikopotenzial eines zu versichernden Unternehmens zu bestimmen.
In der Versicherungswirtschaft wird das Thema Betriebsunterbrechung-/Ertragsausfallversicherung seit jeher mit den beiden Szenerien Feuer/Explosion sowie Maschinenbruch als Ergänzung zur Industriellen Feuerversicherung in Sach und der Maschinenversicherung in TV gesehen. Im Gegensatz zur doch recht detaillierten PML Bestimmung der Sachwerte, die durch Feuer/Explosion oder Maschinenbruch betroffen sein können, geschieht die Bestimmung des Probable Maximum Loss, der durch eine Betriebsunterbrechung verursacht werden kann, nur vergleichsweise grob.
Eine der Ursachen ist, dass Underwriter und Risikoingenieure sehr stark vom Gedanken des klassischen Riskmanagement geprägt sind. Dieses betrachtet im Wesentlichen die Risiken selbst (z.B. Gebäude, Maschinen etc.) und weniger die Prozesse, in die diese eingebunden sind und die damit verbundene Stellung in der Wertschöpfungskette der Unternehmen.
Der klassisch ausgebildete Brandschutz­ingenieur legt in seiner Risikoanalyse immer zuerst den Fokus auf das Gebäude mit dem höchsten Gebäude- und Inhaltswert sowie den entsprechenden Schutzmaßnahmen zur Risikominimierung. Erst in zweiter Linie wird er danach schauen, welche…