Erschienen in Ausgabe 8-2017Schlaglicht

Verteilungskampf um neue Markthorizonte

Hinter den weltpolitischen Kulissen brodelt es gewaltig. Der Handel stockt, die Globalisierung scheint festgefahren, protektionistische Maßnahmen werden zum Dauerbrenner. Die Kreditversicherer ihrerseits warnen vor ausschweifendem Pessimismus.

Von und Dominic EggerVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Die wirtschaftspolitischen Signale, die der Klub der Mächtigen Anfang Juli in die Welt aussendete, lassen Zweifel aufkommen. Das mühsam in langen Nachtsitzungen verhandelte und gespannt erwartete Abschlusskommuniqué? Weich formuliert. Große Erkenntnisse? Sie blieben aus. Die ohnehin schon schwierigen Beziehungen der Weltpolitik, von EU-Russland über USA-China bis Deutschland-Türkei, sollten nicht einer neuen Zerreisprobe ausgesetzt werden.
Im Geiste der bisherigen G20-Gipfel verabschiedeten sich die Teilnehmerstaaten, die knapp drei Viertel der gesamten Weltwirtschaft ausmachen, mit einem entsprechenden protokollarischen Konsens aus Hamburg. Realpolitisch läuft es weniger harmonisch. Der globale Handel durchlebt eine Phase von Isolation und Protektionismus. Ein Beispiel: Alleine zwischen 2014 und 2016 sind über 1.800 Handelsbarrieren eingeführt worden, mehr als 700 pro Jahr oder fast 60 pro Monat. Die Spitze stellt Russland mit 202 protektionistischen Maßnahmen vor Indien, den USA, Brasilien und Indonesien. „Von der Erhebung von Zöllen oder Antidumping Strafzöllen bis zur Einführung unterschiedlicher Normen und Richtlinien für bestimmte Waren ist alles dabei“ kritisiert Ron van het Hof, Chief Executive Officer von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Hinter den weltpolitischen Kulissen brodelt es also gewaltig - und die Versicherer als Risikoträger sind mittendrin. Sie sind es, die in Zeiten politischer Spannungen globale Lieferketten und internationale Handelsströme zusammenzuhalten.
Kein Bekenntnis zum Freihandel
Die wirtschaftspolitischen Signale, die der Klub der Mächtigen Anfang Juli in die Welt aussendete, lassen Zweifel aufkommen. Das mühsam in langen Nachtsitzungen verhandelte und gespannt erwartete Abschlusskommuniqué? Weich formuliert. Große Erkenntnisse? Sie blieben aus. Die ohnehin schon schwierigen Beziehungen der Weltpolitik, von EU-Russland über USA-China bis Deutschland-Türkei, sollten nicht einer neuen Zerreißprobe ausgesetzt werden. Im Geiste der bisherigen G20-Gipfel verabschiedeten sich die Teilnehmerstaaten, die knapp drei Viertel der gesamten Weltwirtschaft ausmachen, mit einem entsprechenden protokollarischen Konsens aus Hamburg.
Tagespolitisch läuft es weniger harmonisch. Isolation und Protektionismus stehen im Schatten des globalen Handels. Ein Beispiel: Alleine zwischen 2014 und 2016 sind über 1.800 Handelsbarrieren eingeführt worden, mehr als 700 pro Jahr oder fast 60 pro Monat. Die Spitze stellt Russland mit 202…