Erschienen in Ausgabe 8-2017Unternehmen & Management

Time Out

Wann und wo es sich lohnt, eine Auszeit von der Karriere zu nehmen

Von Wolfgang OtteVersicherungswirtschaft

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Das Sabbatjahr war ursprünglich ein göttliches Gebot. In den Büchern Moses hieß es: „Dies ist das letzte Jahr in einer Reihe von sieben Jahren, danach sollen Sklaven freigelassen werden und Äcker und Weinberge brachliegen“. Heutzutage beschreibt ein Sabbatical, wie es meist modernisiert heißt, eine ein- bis zwölfmonatige, oder auch längere, Auszeit vom Job. Für Beamte besteht in Deutschland die gesetzliche Möglichkeit, eine längere Auszeit von bis zu einem Jahr nach klar definierten Regeln zu nehmen.
Die Wirtschaft und generell auch die Versicherungsbranche tun sich dagegen mit derartigen Angeboten noch recht schwer. Als Argument wird meist angeführt, dass es kaum möglich sei, in schnelllebigen Zeiten auf seine Fach- oder Führungskräfte über einen langen Zeitraum zu verzichten. Allerdings setzt inzwischen, wenn auch nur langsam, ein Umdenkungsprozess ein. Die „Work-Life-Balance“-Philosophie jüngeren wie auch reiferen Personals, also die angemessene zeitlich ausgewogene Kombination aus Arbeitseinsatz und Freizeitgenuss, erfordert neue Modelle. Der Mangel an geeigneten Fachkräften lässt Unternehmen darüber nachdenken, wie Arbeitsplätze durch persönliche Incentives attraktiv gemacht werden können.
Gründe für das Angebot begrenzter Auszeiten gibt es für die Unternehmen zuhauf. Diese reichen vom Ausgleich von Auftragsschwankungen, der Vermeidung von Kündigungen bis hin zu einer verstärkten Mitar­beiterbindung. Freigestellte Mitarbeiter, die zurückgekommen sind, so registrierten es de­ren Arbeitgeber, seien nach einer solchen Zeit ausgeruht, motiviert und dankbar wieder in den Job eingestiegen. Vor allem Unternehmensberatungsfirmen und große Konzerne nutzen diese Form, um Fachkräfte und Führungskräfte an sich zu binden. Meist sind die ausgefeilten Programme in Arbeits-, Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen festgelegt.

Verschwiegenheitspflichten werden aufrechterhalten

Während des Sabbatjahres bleibt das Arbeitsverhältnis bestehen, der Mitarbeiter erhält weiterhin seinen Lohn und ist sozialversichert. Allein die Pflicht zur Arbeitsleistung ruht. Selbst die Nebenpflichten aus dem Arbeitsvertrag, wie Treue- und Verschwiegenheitspflichten, werden aufrechterhalten.
Angeboten wird auch die Möglichkeit, für ein Sabbatical unbezahlten Urlaub zu nehmen. Dabei gilt es zu beachten, dass dann der Mitarbeiter sich freiwillig krankenversichern muss. Von der Rentenversicherung sowie den anderen Sozialabgaben kann er sich befristet freistellen lassen. Eine oftmals genutzte…