Erschienen in Ausgabe 8-2017Unternehmen & Management

Öffentliche Braunschweig: Sachsparte legt zu – Gelder riskanter, aber ertragreicher angelegt

Von Claudia Schmidt-WehrmannVersicherungswirtschaft

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Die Schaden- und Unfallsparte der Öffentlichen Versicherung Braunschweig weist für das vergangene Jahr einen Gewinn aus. Damit hat sich der Abbau unrentabler Sachsparten im Ergebnis ausgezahlt. Die Sanierung systematisch verlustträchtiger Zweige wie der Wohngebäudeversicherung im Rahmen eines umfassenden Profitabilitätsprogramms hat zudem den starken Beitragsrückgang des Vorjahres voll wettgemacht. Bei der Lebensversicherung wiederum konnte nach der starken Kürzung des Einmalbeitragsgeschäfts im Vorjahr und einem entsprechenden Minus bei den Beitragseinnahmen wieder ein kleines Beitragsplus erzielt werden. Michael Doering, der zum Jahreswechsel seinen langjährigen Vorstandsvorsitz aus Gesundheitsgründen aufgibt, zeigte sich bei der Vorlage seiner letzten Bilanz zufrieden mit dem Erreichten. Besonders stolz ist er aber auf die auch im nationalen Vergleich herausragende Eigenkapitalquote sowie die hohe Nettoverzinsung der Kapitalanlagen – ein Resultat der riskanteren, daher aber ertragreicheren Anlagepolitik.
Fortschritte hat die Öffentliche nach den Worten des designierten Nachfolgers von Doering, seinem bisherigen Stellvertreter Knud Maywald, bei der eingeleiteten „Offensive 2030“ gemacht. Sie hat zum Ziel, den Marktführer im alten Braunschweiger Land digital genauso stark zu machen wie in der realen Welt. Die Dunkelverarbeitung für Privatkunden stieg in der Sachversicherung von rund 30% auf knapp 80%. In der Kfz-Versicherung können mittlerweile alle relevanten Vorgänge vollautomatisch verarbeitet werden. Damit sei die Öffentliche auch im direkten Marktvergleich auf einem beachtlichen Stand, sagte Maywald. Er betonte jedoch auch, dass die Brücke zum Kunden erhalten bleiben müsse.
Der Erfolg des Gj. 2016 basiert den Angaben zufolge auf einem im Branchenvergleich stärkeren Wachstum, einer Verbesserung der Qualität in der Sachversicherung, einer Senkung der Kosten sowie auf einem hervorragenden Kapitalanlageergebnis. Die Beitragseinnahmen der Gruppe sind nach dem gewollten starken Rückgang im Vorjahr um 1,9% auf 424,7 Mio. Euro gewachsen. Die Zahl der Verträge war jedoch erneut rückläufig und liegt bei 1,28 (Vj.: 1,30) Mio. Die Kapitalanlagen der Gruppe wurden weiter auf 2,58 (2,50) Mrd. Euro aufgestockt und warfen eine Nettorendite von 4,6% nach 5,3% im Vorjahr ab. Das Eigenkapital der Gruppe wurde auf 320,5 (313,7) Mio. Euro verstärkt. Der Gewinn beläuft sich auf 27,5 (28,8) Mio. Euro – ein wie es heißt auch im Branchenvergleich beachtliches Ergebnis.
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