Erschienen in Ausgabe 7-2017Unternehmen & Management

Volkswohl Bund: Marktanteil ausgebaut – Übergangsmittel trotz ausreichender Bedeckungsquote beantragt

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Die Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. ist im Gj. 2016 schneller als der Branchendurchschnitt gewachsen. Um die auf 218 (108) Mio. Euro gut verdoppelte Zuführung zur Zinszusatzreserve zu finanzieren, wurden laut Geschäftsbericht Bewertungsreserven aus festverzinslichen Anlagen in einem größeren Umfang realisiert. Die außerordentlichen Gewinne erhöhten sich auf 190 (20,9) Mio. Euro und steigerten so die gesamten Kapitalerträge auf 570,7 (440,4) Mio. Euro. So wurde die Nettoverzinsung auf 4,73 (3,79)% angehoben, während die laufende Durchschnittsverzinsung nur 3,1 (3,8)% betrug. Letztere wurde allerdings bewusst um 0,35 Prozentpunkte gedrückt, weil 39,7 Mio. Euro ordentliche Erträge eines Wertpapier-Fonds nicht ausgeschüttet wurden. Die Zuführung zur Zinszusatzreserve entspreche einer Belastung des Zinsergebnisses von 2,0% der mittleren Kapitalanlagen, wird mitgeteilt. Das höhere Kapitalergebnis steigerte den Rohüberschuss auf 193 (164). Nach wiederum 55 Mio. Euro Direktgutschrift sowie Steuern wurden vom Überschuss von 138 (109) Mio. Euro 134 (105) Mio. Euro der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) und 4 Mio. Euro dem Eigenkapital zugewiesen.
Ab 2017 werde die Überschussbeteiligung fast ausschließlich durch Entnahmen aus der RfB finanziert und nur noch zu einem kleinen Teil durch Direktgutschriften aus dem Jahresüberschuss, so der Geschäftsbericht. Dadurch werde der in der RfB festgelegte Teil für noch nicht zugeteilte laufende Überschussanteile steigen und sich die zum Bilanzstichtag noch auf 312 (331) Mio. Euro belaufende freie RfB vermindern. Bilanziell sei es sinnvoll, die Überschussbeteiligung verstärkt aus der RfB zu finanzieren, was keine Auswirkung auf die Höhe der Überschussbeteiligung der Kunden habe. So sei man flexibler bei der Finanzierung der Zuführungen zur Zinszusatzreserve in den kommenden Jahren.
Zum Bilanzstichtag kommt der Lebensversicherer auf Sicherheitsmittel von 880 (853) Mio. Euro. Die Solvency-II-Bedeckungsquote werde mit Inanspruchnahme der Übergangsregelung voraussichtlich 329% betragen, so eine Pressemitteilung zu den Geschäftszahlen. Ohne Übergangsregelung läge die Quote voraussichtlich bei 175%.
Um eine zukünftig flexiblere Konzernstruktur zu schaffen, wurde die Volkswohl Bund Holding AG Tochtergesellschaft des Lebensversicherers gegründet. Ziel sei nicht die Auslagerung bestimmter Geschäftsbereiche. Mit der Holding ließen sich unter anderem künftige Strategien vorbereiten, die sich z.B. aus den Möglichkeiten der…