Erschienen in Ausgabe 7-2017Unternehmen & Management

Pensions-Sicherungs-Verein VaG:  Insolvenzsicherung 2016 zum Nulltarif – Günstige Entwicklung setzt sich fort

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Die gesetzliche Insolvenzsicherung von Betriebsrenten war 2016 für die Arbeitgeber kostenlos. Auch die ersten Monate 2017 laufen laut Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) gut, wenngleich Betriebskosten und Erträge ungünstiger sind. „Aufgrund der Schadenentwicklung der ersten Monate ist von einem moderaten Schadengeschehen auszugehen“, teilt der Vorstand des Pensions-Sicherungs-Vereins (PSVaG) mit. Eine solche Beschreibung des Pleitegeschehens weckt natürlich Erwartungen bei den Arbeitgebern. Schließlich war der Beitragssatz für 2016 auf null Promille festgesetzt worden – ein Novum. Der durchschnittliche Beitragssatz seit Bestehen beträgt 2,8 Promille. Üblicherweise wird über die Erhebung eines Vorschusses für 2017 in der ersten Hälfte des Jahres entschieden – zur Mitgliederversammlung am 11. Juli. Die endgültige Höhe des Beitragssatzes wird dann im November festgelegt.
Auch wenn das Insolvenzniveau 2017 niedrig bleibe, könne das Schadenvolumen wieder deutlich höher liegen als 2016. Schließlich können sich einzelne größere Schadenereignisse unmittelbar beitragserhöhend auswirken; erinnert sei an die Insolvenz des Warenhauskonzerns Arcandor (2009).
Gegen einen Nulltarif 2017 spricht zum einen, dass infolge der Zinsentwicklung die Kapitalerträge niedriger ausfallen und die Überschussbeteiligung vom Konsortium für den PSVaG 2017 „leicht“ unter dem Niveau 2016 liegen dürfte, so die Erwartungen des Vorstands. 2016 hatten neben der günstigen Insolvenzentwicklung vor allem die Überschussbeteiligung vom Konsortium, das die Rentenzahlungen an die Versorgungsberechtigten vornimmt, Erträge aus Insolvenzforderungen und die vorjährige Rückstellung für Beitragsrückerstattung entlastet.
Aus den Kapitalanlagen von 5,29 (5,25) Mrd. Euro wurden 2016 rund 72,3 (93,2) Mio. Euro erwirtschaftet. Das Konsortium steuerte 225,5 (228) Mio. Euro bei. Belastend hinzu kommt, dass die Betriebsaufwendungen voraussichtlich „leicht“ höher ausfallen werden, was insgesamt aber wenig zu Buche schlagen wird. 2016 kostete die Verwaltung des Betriebs 6,9 (7,9) Mio. Euro.
2016 war der PSVaG von 399 (467) Insolvenzen mit zu übernehmenden Renten und Anwartschaften von 12.913 (18.667) betroffen. Das Schadenvolumen summierte sich auf 506,8 (862,0) Mio. Euro. Das erhobene Beitragsvolumen von zwei Mio. Euro stammte aus Nach- und Korrekturmeldungen für Vorjahre. Hinzu kamen die Raten für die 2007 begonnene Nachfinanzierung von Altlasten von 70,7 Mio. Euro sowie 7,7 Mio. Euro, mit denen Altlasten komplett…