Erschienen in Ausgabe 7-2017Unternehmen & Management

Concordia: Weniger Schäden, höherer Aufwand – Zinszusatzreserve erfordert weitere Hebung stiller Reserven

Von Claucia Schmidt-WehrmannVersicherungswirtschaft

Lesen Sie den vollständigen Artikel

Erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln unserer Fachzeitschriften und Publikationen.
Die Digitalisierung, das Niedrigzinsniveau, die Regulierung und viele weitere Einflüsse haben uns 2016 begleitet und werden uns auch dieses Jahr vor Herausforderungen stellen“, erklärte Condordia-Vorstandschef Heiner Feldhaus auf der Hauptversammlung in Hannover. Um die Zinszusatzreserve dotieren zu können, muss der Versicherer schon wieder stille Reserven heben. Da die in den nächsten Jahren erforderlichen hohen Zuführungen die Unternehmen zu überfordern drohen, hält der Vorstand eine zeitliche Streckung für geboten. Was die Digitalisierung betrifft, sieht sich die Concordia auf gutem Wege. Neu auf den Markt brachte man eine Smartphone-App für die Krankenversicherung. Finanziell beteiligte sich der Versicherer mit drei anderen Gesellschaften bei der kürzlich gestarteten Online-Plattform zum Vergleich der 30 führenden deutschen privaten Krankenversicherungen. Für das laufende Jahr rechnet Feldhaus trotz aller Widrigkeiten mit einem weiterem Wachstum von 2,3%. Die Muttergesellschaft, die das Kompositgeschäft betreibt, kam bis Ende März auf ein Beitragsplus von 3,7%. Die Schadenquote liegt bislang zwar leicht über dem Vorjahr, aber immer noch deutlich unter dem Durchschnitt der letzten fünf Geschäftsjahre. Die Lebensversicherung weist für die ersten drei Monate ein Beitragsplus von 3,8% auf, die noch kleine Krankenversicherung – sie liegt auf Rang 25 der deutschen Krankenversicherungen – aufgrund des erfreulichen Neugeschäfts sogar von 7%. Wegen der zunehmenden Belastung durch die Zinszusatzreserve wird aber ein Ergebnis deutlich unter dem sehr guten Wert des Vorjahres erwartet.
Im Gj. 2016 hat die Concordia Unternehmensgruppe eine positive Entwicklung verzeichnen können. Die Beitragseinnahmen legten um 2,8% auf 847,1 Mio. Euro zu. Der Jahresüberschuss im Konzern belief sich auf 36,8 Mio. Euro und lag damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich auf 96,3 (Vj.: 98,2)%. Neben geringeren Schadenaufwendungen trugen dazu auch weitere Kostensenkungen bei. Das versicherungstechnische Ergebnis zeigt insgesamt einen Gewinn von 21,5 (19,8) Mio. Euro. Die Kapitalanlagen in Höhe von 3,44 (3,26) Mrd. Euro warfen, wie es heißt, ein „noch sehr zufriedenstellendes“ Ergebnis von 126,0 (116,6) Mio. Euro ab. Die Nettoverzinsung stellte sich auf 3,8 (3,6)% ein.
Die Concordia Muttergesellschaft, die das Kompositgeschäft betreibt, wies 2016 ein solides Wachstum auf. Die Beitragseinnahmen erhöhten sich um 2,6% auf 511,1 Mio. Euro. Durch…