Erschienen in Ausgabe 7-2017Märkte & Vertrieb

Von Lebenskrise keine Rede

Öffentliche Versicherer bekennen sich zur Klassik

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Die öffentlichen Lebensversicherer wollen an ihren klassischen Garantiebeständen festhalten. „Der Grundtenor ist, das Geschäftsmodell auch unter den aktuell schwierigen Rahmenbedingungen nach vorne zu entwickeln, etwa mit Hybriden oder Indexpolicen“, berichtet Hermann Kasten in seiner Funktion als Vorsitzender des Verbandes Öffentlicher Versicherer. Ihm sei nicht bekannt, dass über Run-offs nachgedacht werde. Dies gelte auch für sein eigenes Haus – die Öffentliche Lebensversicherungsanstalt Oldenburg. Das Unternehmen kommt auf eine Bedeckungsquote mit Solvenzkapital von nur 22 Prozent. Zusammen mit dem Rückstellungstransitional sind es 284 Prozent. Die Oldenburger habe viel lang laufendes Geschäft, speziell betriebliche Altersvorsorge und Riester, gezeichnet.
In Sachen Solvency ll ist der Versicherer zwar ein Ausreißer. Gleichwohl sind die Unterschiede zwischen den elf Lebensversicherern riesig, wie die Aufstellung des Verbandes auf Basis der unternehmensindividuellen SFCR-Berichte zeigt: Mit beiden Hilfsmaßnahmen liegen die Werte zwischen 284 Prozent (Oldenburger) und 1.391 Prozent (SV Sachsen). Nur die Öffentliche Lebensversicherung Sachsen-Anhalt (ÖSA) und die Provinzial Lebensversicherung Hannover haben kein Rückstellungstransitional beantragt. Ohne Hilfsmittel kommen die Gesellschaften auf Werte zwischen 129 Prozent (SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG) und 309 Prozent (Sparkassen-Versicherung Sachsen); allerdings werden für die Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig, die Oldenburger sowie die Provinzial Rheinland Leben und die Provinzial Nordwest Leben keine Werte dazu ausgewiesen. Die 19 öffentlichen Kompositversicherer liegen dichter beieinander: nämlich mit Solvency II Quoten zwischen 161% (ÖSA) und 464 Prozent (Ostfriesische Landschaftliche Brandkasse).
Über die S-Pensionsmanagement GmbH wollen die öffentlichen Lebensversicherer gemeinsam Lösungen nach dem neuen Sozialpartnermodell anbieten. Eine gemeinsame Projektgruppe sei bereits eingerichtet, sagt Kasten. Zeitpläne gebe es keine, aber man befinde sich schon in der fortgeschrittenen Sondierung. „Herzenspartner“ bei den Sozialpartnern ist die Gewerkschaft Verdi. Unterhalb der S-Pensionsmanagement GmbH sind ein Pensionsfond und eine Pensionskasse sowie die Heubeck AG angesiedelt. Je nach Volumen haben die öffentlichen Lebensversicherer ihr bAV-Geschäft immer schon alleine oder eben über die Gruppenlösung betrieben. Daran soll sich grundsätzlich auch nichts ändern.
Die elf…