Erschienen in Ausgabe 7-2017Märkte & Vertrieb

Harte Landung

Gesetzgeber erlegt Drohnenbesitzern neue Verbote und strenge Auflagen beim Versicherungsschutz auf

Von Monika LierVersicherungswirtschaft

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Plötzlich haben wir einen neuen Markt“, resümiert Helmut Hecker, Leiter Unternehmerkunden Haftpflicht der Gothaer, beim Journalisten-Workshop „Trendthema Drohnen.“ Der neue Markt ist die Versicherung von „unbemannten Luftfahrtsystemen“ – auch Drohnen oder Tri-, Quad-, Hexa-, Octo- oder Multicopter (je nach der Zahl der Flügel) genannt. Seit dem 7. April ist die „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ in Kraft. Diese regelt zwar die Haftung für Schäden gegenüber Dritten aus dem Betrieb dieser Flugkörper nicht generell neu, beschreibt aber erstmals bundesweit die Spielregeln für den Umgang mit diesen Systemen, von denen auch in Deutschland immer mehr unterwegs sind. Spätestens jetzt sollte jedem Drohnen-Anwender klar sein, dass er der Versicherungspflicht unterliegt. „Die Haft- und Versicherungspflicht für unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle wird durch die neue Verordnung nicht geändert“, erläutert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). „Unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle unterliegen bereits heute wie alle Luftfahrzeuge – den Regelungen über die Haftpflicht für Drittschäden nach den §§ 33 ff. LuftVG. Da es sich jeweils um den Betrieb eines Luftfahrzeugs handelt, sind Unfälle, die von Drohnen verursacht werden, in der Regel nicht über die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt. Vielmehr ist eine Halter-Haftpflichtversicherung erforderlich.“

Jede dritte Drohne dient der Landwirtschaft

Nach Schätzungen der Deutschen Flugsicherung (DFS) kamen die Deutschen zum Jahresende 2016 schon auf 400.000 Drohnen. Diese werden noch überwiegend privat genutzt. „Aber es könnten schon bald sehr viel mehr sein – erwartet wird bis 2020 ein Anstieg auf eine Million in Deutschland und mehr als sieben Millionen europaweit“, so Hecker. Denn: Die Kaufpreise fallen stetig und die technischen Fertigkeiten der Geräte wachsen, sodass sie für immer mehr Anwendungsgebiete vor allem im gewerblichen Bereich – von der Schadensuche und Kontrolle bis hin zu Lieferservices – interessant werden. „Wir bekommen seit zwei, drei Jahren verstärkt Anfragen von Handwerksbetrieben und aus dem Landschaftsbau“, sagt Hecker. Rund 140 Drohnen-Versicherungen habe die Gothaer im gewerblichen Bereich bislang verkauft. „Aber wir sehen die Trendlinie kommen. Der Einsatz von Coptern wird im Handwerksbetrieb immer wichtiger“, betont Hecker. Und für den Vermittler bedeute dies, beim gewerblichen Kunden entsprechend nach dem Einsatz von Drohnen…