Erschienen in Ausgabe 7-2017Märkte & Vertrieb

Geteilte Freude am Fahren

Roboterautos drängen in das Flottengeschäft

Von Peter PhlepsVersicherungswirtschaft

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Bereits in den 1950er Jahren haben sich Automobilhersteller mit der Automatisierung von Fahrzeugen beschäftigt. Viele Jahrzehnte später ist das Thema aber nun endgültig von einer Vision zum Alltag geworden. Technologische Fortschritte im Bereich Sensortechnologie, hochgenaue Straßenkarten und künstliche Intelligenz werden in ein paar Jahren dazu führen, dass Menschen immer häufiger auf Wunsch die Kontrolle über ihr Fahrzeug an einen Computer abgeben können. Bis Fahrzeuge wirklich autonom, das heißt ohne jeglichen Eingriff eines Fahrers massenhaft unser Straßenbild prägen, müssen Automobilindustrie und Gesetzgeber aber noch einige technologische und vor allem auch regulative Hürden meistern.
Es ist also unsicher, wie viele autonome Fahrzeuge in der Zukunft auf deutschen Straßen unterwegs sein werden. Dennoch drängt sich immer häufiger die Frage auf, wie sich die Technologie auf unser Mobilitätsverhalten auswirken könnte. Also darauf, wie häufig, wie weit und womit wir uns fortbewegen.

Wie schnell die Markteinführung kommt, hängt vom Gesetzgeber ab

Die Art und Weise, wie wir mobil sind, hängt von einer Vielzahl an Randbedingungen ab. Einige davon werden durch selbstfahrende Autos maßgeblich beeinflusst werden. Beispielsweise werden mobilitätseingeschränkte Personen, die aufgrund ihres geringen bzw. hohen Alters oder einer Behinderung kein Fahrzeug lenken dürfen oder können, deutlich selbstständiger mobil sein. Man wird sich den Weg zum Fahrzeug und auch viel Zeit mit der Suche nach einem Parkplatz ersparen, die Zu- und Abgangszeiten zum und vom Pkw werden sich also in den meisten Fällen deutlich reduzieren. Während der Fahrt wird auch der Fahrzeuglenker die Zeit deutlich effizienter nutzen können, ohne sich dabei auf den Straßenverkehr zu konzentrieren. Ferner werden autonome Fahrzeugflotten in Zukunft die Preise fürs Taxifahren und für Carsharing deutlich reduzieren und somit eine interessante zusätzliche Option im öffentlichen Verkehr einer Stadt für die breitere Masse werden. Ein durch solche autonomen Carsharing- und Carpooling-Flotten gestärkter ÖV wird letztlich auch dazu beitragen, dass in dichter besiedelten urbanen Räumen Menschen auf einen eigenen Pkw verzichten könnten.
Eine vom Institut für Mobilitätsforschung (ifmo) der BMW Group beauftragte Studie hat sich mit genau diesen Effekten auseinandergesetzt. Im Fokus stand eine Abschätzung, wie sich die mit Pkw zurückgelegten Personenkilometer in Deutschland durch autonome Fahrzeuge bis 2035 verändern…