Erschienen in Ausgabe 7-2017Märkte & Vertrieb

Finanzspritzen aus Übersee

Ausländische Investoren kurbeln das Geschäft der chinesischen Krankenversicherer an

Von Heng YanVersicherungswirtschaft

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Im vergangenen Jahr haben die Privatkrankenversicherer bedeutende Fortschritte erzielt. Das gesamte Beitragseinkommen der Branche ist im Vergleich zum Vorjahr um 68 Prozent gewachsen. Das ist das stärkste Wachstum von allen Versicherungssparten. Die wichtigsten Markt-Player wie die Ping An, China Life und CPIC Allianz – ein Gemeinschaftsunternehmen von Pacific Insurance und Allianz China – haben alle Investoren aus Übersee. China Life konnte Town Health Group, einen Betreiber einer Praxenkette aus Hongkong, für sich gewinnen. Ping An hat den Krankenversicherer Discovery aus Südafrika zur Seite. Laut Marktexperten haben die Privatkrankenversicherer dadurch etliche Pluspunkte erzielt. Der Grund liegt darin, dass chinesische High-End-Kunden die ausländischen Investoren als Garanten eines besseren Service ansehen.
Die großen Player verfolgen verschiedene Strategien, um auf dem vielversprechenden Markt der Krankenversicherung überproportional wachsen zu können. So will China Life Online- und Offline-Geschäfte verbinden. Gedacht ist der Aufbau einer großen Online-Plattform mit vielfältigen Serviceleistungen. Ping An legt großen Wert auf Künstliche Intelligenz, welche die automatische Risikoprüfung übernehmen soll. CPIC Allianz verfügt nach eigenen Angaben über ausreichende Kundendaten, mit denen die Kunden in unterschiedliche Cluster klassifiziert werden können, wie die Gruppe der Gesunden, der Risikokunden und der Kranken. Auf diese Weise glaubt man, gruppenspezifische Produkte und Serviceleistungen gestalten zu können. Nach dem Plan der Regierung soll das gesamte Beitragseinkommen aus dem PKV-Geschäft 2020 umgerechnet rund eine Mrd. Euro und 2030 nach einer Verdopplung schließlich rund zwei Mrd. Euro betragen.

Internetvertrieb geht die Luft aus

Bisher lehrte die Erfahrung, dass sich Sachversicherungen im Vergleich zu Lebens- oder Krankenversicherungen relativ leicht via Internet verkaufen lassen. Inzwischen jedoch ist der Online-Vertrieb von Sachversicherungen scheinbar am Limit angelangt. Das Beitragseinkommen in der Sachversicherung erfuhr 2016 beim chinesischen Internet-Vertrieb ein Minus um beinahe 35 Prozent, während der gesamte Markt für die Sachversicherung einschließlich der konventionellen Vertriebsschiene eine Beitragssteigerung um 9,9 Prozent aufweisen konnte.
Nun beginnt die Ursachenforschung und die Experten wollen auch bereits den Fehler erkannt haben: es sei fatal, ein konventionelles Produkt einfach von Offline nach Online zu bringen…