Erschienen in Ausgabe 6-2017Köpfe & Positionen

Alte Liebe rostet nicht

Duperreault kehrt als Vorstandschef zur AIG zurück

Von David GorrVersicherungswirtschaft

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Alte Liebe rostet nicht

Duperreault kehrt als Vorstandschef zur AIG zurück

Brian Duperreault, ehemaliger Chef des Bermuda-Versicherers Hamilton, hat zum 15. Mai den Posten als Chief Executive Officer von AIG übernommen. Er folgt auf Peter D. Hancock, der im März von seinem Amt zurückgetreten war. „Ich bin nicht hier, um das Unternehmen aufzuspalten. Ich bin gekommen, um AIG zum Wachstum zu bringen”, sagt Duperreault, der über zwei Jahrzehnte für AIG tätig war. Der 70-jährige Manager will das New Yorker Unternehmen in die digitale Zukunft führen und hat dafür auch die Unterstützung von Starinvestor Carl Icahn, der vier Prozent an AIG hält – und den Rücktritt des Ex-Chefs Hancock lanciert hatte. Es ist aber wohl auch Ironie des Schicksals, dass gerade Icahn die Aufspaltung des Konzerns forcierte, weil die US-Regierung AIG lange Zeit als systemrelevant einstufte und strengere Kapitalauflagen forderte. Mittlerweile wurde der Investor von Donald Trump zum Berater für Regulierungsfragen auserkoren. Ferner unterschrieb Trump ein Dekret zur Überprüfung des sogenannten Dodd-Frank-Acts – einem Regelwerk, das den Begriff der Systematically Important Financial Institutions (Sifi) erst eingeführt hatte. Duperreault erhält für seine Dienste bei AIG eine Einmalzahlung in Höhe von zwölf Mio. Dollar und ein Jahresgehalt von 1,6 Mio. Dollar. Zusätzlich zum Fixgehalt erhält er eine Reihe von Bonuszahlungen, etwa 1,5 Mio. Dollar an Aktienoptionen. Die jährlichen Long-Term-Incentives belaufen sich auf 11,2 Mio. Dollar.

Dreh in die Pluszone

Duperreault war von 1973 bis 1994 für die AIG tätig. Zwischen 2008 und 2012 arbeitete er bei Marsh & McLennan Companies, zuvor bei Ace. Er gilt als Schützling von Maurice „Hank” Greenberg, der den US-Versicherer fast 40 Jahre lang führte. Zuletzt schaffte AIG dank höherer Erträge im Investmentgeschäft und Kostensenkungen den Dreh in die Pluszone und verdiente 1,2 Mrd. US-Dollar im ersten Quartal 2017. Der einst weltgrößte Versicherer trägt Mitschuld an der Finanzkrise, weil er sich mit Kreditausfallversicherungen verspekuliert hatte. Die US-Regierung rettete den Konzern mit einer aus Steuergeldern finanzierten Spritze von 182 Mrd. US-Dollar vor dem Aus. Das Geld wurde inzwischen zurückgezahlt. dg
Brian Duperreault, Chief Executive Officer AIG. (Foto: AIG)
Brian Duperreault, Chief Executive Officer AIG. (Foto: AIG)